Komturhof-Verein will künftig Geld aus dem Rathaus

Vereinschef Pöllmann: Aus finanziellen Gründen künftig auch AfD-Veranstaltungen möglich - Haus mit Strahlkraft

Plauen.

Der städtische Kultur- und Sportausschuss soll künftig einmal pro Jahr im Konventsgebäude am Plauener Komturhof tagen. Damit wolle man sich vor dem altehrwürdigen Gebäude verneigen und vor der Arbeit, die der ansässige Förderverein seit zehn Jahren leiste, so Bürgermeister Steffen Zenner (CDU).

Er freue sich zwar über die Ehre, sagte Vereinschef Christian Pöllmann, doch er hoffe, dass die Stadt die vielen Aktivitäten auch einmal finanziell unterstütze. "Wir werden schon lange vertröstet, irgendwann müssen wir Konsequenzen ziehen." So schließe er zum Beispiel nicht aus, künftig für Veranstaltungen aller Art offen zu sein - neben Hochzeiten und Jubiläen müsse man die Türen wohl auch für Parteien öffnen, etwa für die AfD. Diese habe bereits angefragt, aber Absagen erhalten. "Das können wir uns nicht mehr leisten", so Pöllmann. Er kündigte für das nächste Jahr Vorträge über die Komplexität der Religion an. Außerdem soll es wieder viel Kultur im Konventsgebäude geben, Klassik und Jazz, teils mit sehr jungen Musikern.

Pöllmann stellte die "Strahlkraft", die der mittelalterliche Gebäudekomplex besitzt, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen im Ausschuss. Bis hin nach Norddeutschland und in die Stuttgarter Ecke sei das Bauwerk im Herzen Plauens bekannt. Es könne auch mal vorkommen, dass spätabends jemand bei ihm anrufe und für den nächsten Tag eine Führung verlange. "Das mache ich", so Pöllmann. Doch alles geschehe ehrenamtlich, machte er nochmals deutlich.

Er wünsche sich, dass sich die Stadt und der Kulturraum positionieren und die Frage beantworten, was ihnen das Engagement wert ist. "Unser Komturhof hat ein Alleinstellungsmerkmal auch über vogtländische Grenzen hinweg", sagte Pöllmann. So ein Kleinod existiere fast nirgends mehr. "Das muss geäußert werden dürfen", quittierte Zenner die Kritik. (sasch)

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