Kranker Hund, verletzte Katze: Die Tierretter im Vogtlandkreis

Wer ein verletztes Tier findet, steht vor der Frage: Wer hilft jetzt? Auch oft unklar: Wer Notarztkosten zahlt, wenn der Tierhalter unbekannt ist oder das Tier niemandem gehört.

Plauen.

Liegt im Licht der Autoscheinwerfer plötzlich eine verletzte Katze auf der Straße oder gerät der Hund beim Gassigang an einen Giftköder, ist schnelle Hilfe nötig - auch spät in der Nacht. Doch wohin wenden sich zu solchen Uhrzeiten Tierbesitzer aus dem Vogtlandkreis?

Braucht ein Mensch Hilfe, ist klar: Telefon her und 112 wählen. Wie jedoch der Fall einer Plauenerin (20) zeigt, die vor Kurzem nachts einer angefahrenen Mieze helfen wollte, wissen längst nicht alle Einwohner, wer in einem solchen Panikmoment der richtige Ansprechpartner fürs Tier ist.

In den Lokalteilen von "Freie Presse" ist täglich aufgeführt, welcher Tierarzt im Notfall erreichbar ist. Direkt in Plauen ist zuallererst die Berufsfeuerwehr als Tierrettung zuständig: für herrenlose Hunde sowie für verletzte Tiere, wenn der Halter nicht vor Ort, nicht bekannt oder nicht erreichbar ist, erläutert Mario Wetzstein, Einsatzleiter und stellvertretender Leiter der Plauener Berufsfeuerwehr. Unter der Online-Präsenz tierarzt-plauen.de sind außerdem Ärzte mit ihren Rufnummern aufgelistet, die sich alle sieben Tage mit dem Notdienst abwechseln: Montag bis Freitag von 18 bis 24 Uhr sowie Samstag, Sonntag und am Feiertag von 6 bis 24 Uhr, heißt es auf der Webseite. Doch als die 20-Jährige neben der blutenden Katze kniete, war es bereits nach Mitternacht - und kein Notdienst ans Telefon zu kriegen, wie sie schilderte. Wie kommt es zu der Zeitlücke ab 24 Uhr?

Die tierärztlichen Notdienste würden von niedergelassenen Tierärzten selbst organisiert, erklärt Amtstierärztin Dr. Anne Mütschard aus dem Landratsamt: wer, wo und zu welcher Uhrzeit. Dass die Notdienste auch eingehalten werden, sei Sache der Sächsischen Landestierärztekammer. Über deren Internetauftritt ist zu erfahren: "Die Sicherung der Notfallversorgung ist lückenlos an Wochenenden (samstags 13 Uhr bis montags 7 Uhr), Feiertagen und nachts (19 - 7 Uhr) zu gewährleisten." Alle niedergelassenen Tierärzte seien verpflichtet, sich organisatorisch daran zu beteiligen. Allerdings: Solange die Klientel (zum Beispiel Kleintiere) versorgt ist, müsse kein Tierarzt mehr aktiv selbst am Notdienst teilnehmen. Das könnten auch Kollegen übernehmen. Ein Sonderfall seien tierärztliche Kliniken, wie die Kleintierklinik Vogtland in Auerbach: Sie müsse für Notfälle 365 Tage und Nächte im Jahr dienstbereit sein.

Neben der Klinik ist nach 24 Uhr noch ein vogtlandweiter Ansprechpartner da: der amtstierärztliche Bereitschaftsdienst des Veterinäramtes im Landratsamt. "Er ist über die Rettungsleitstelle zu erreichen und von Freitag, 13 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, für Notfälle zuständig", so Mütschard. "Er kann allerdings nur vermitteln und organisieren, da das Amt keine Tierarztpraxis ist."

Katze "Maxi" schnurrt heute übrigens wieder. Die Plauenerin nahm sie mit, brachte sie am nächsten Tag zum Tierarzt und fand ihre Besitzer - ganz ohne einen Notdienst.

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