Kulturweg der Vögte startet als neues touristisches Angebot

Nach langer Vorbereitungszeit wird am heutigen Dienstag im Oberen Schloss in Greiz offiziell der Kulturweg der Vögte eröffnet. Das Projekt bindet alle Teile des Vogtlandes ein.

Plauen/Greiz.

Wer waren die Vögte, was taten sie, was erinnert noch heute an ihre Zeit? Das sind einige Fragen, auf die der Kulturweg der Vögte Antworten geben möchte. Der Tourismusverband Vogtland eröffnet am heutigen Dienstag gemeinsam mit dem Verein Futurum Vogtland sowie den tschechischen und deutschen Projektpartnern im Oberen Schloss in Greiz dieses touristische Angebot. Im Rahmen des Großprojektes der Euregio Egrensis wurden die historischen Sehenswürdigkeiten der länderübergreifenden Region für verschiedene Zielgruppen touristisch aufbereitet. Gleichzeitig hat die TU Chemnitz eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für das touristische Angebot geschaffen.

Die Idee reicht zurück bis ins Jahr 2013. Von 2013 bis 2015 existierte ein Vorprojekt, gefördert mit Geld der Europäischen Union, das die Grundlagen für die Erschließung des Kulturwegs gelegt hat. Daraus sind unter anderem eine Wanderausstellung sowie erste Broschüren entstanden. Der jetzige Teil des Projektes mit dem Ziel der Umsetzung des Kulturweges startete im November 2016. Insgesamt wurden EU-Gelder in Höhe von 1,76 Millionen Euro für das länderübergreifende Vorhaben bewilligt.

Der Kulturweg der Vögte hat sich zum Ziel gesetzt, das historische Vogtland über seine Grenzen hinweg zu verbinden und neue touristische Angebote zu schaffen. Dabei wandelt der interessierte Tourist auf bekannten, aber auch auf unbekannten Pfaden. Verbindendes Element vom Mittelalter bis in die Gegenwart sind die Vögte und in ihrer direkten Nachfolge die Reußen. Sie sind auch die Namensgeber des Landstrichs - das Vogtland. Der Tourismusverband will mit der spannenden Historie der Vögte punkten und die unterschiedlichen Teile des Vogtlandes miteinander verbinden.

In dem groß angelegten Projekt werden mehr als 150 Orte und Bauwerke miteinander verknüpft. Unterteilt ist der Kulturweg in eine Nordroute von Greiz über Weida, Gera, Burgk, Schleiz, Mühltroff, Elsterberg und Mylau wieder zurück nach Greiz und eine Südroute, die von Plauen über Oelsnitz, Adorf und Schönberg nach Asch und Cheb bis nach Loket geht. Die Routen führen vorbei an Burgen und Schlössern, an Kirchen, zu Marktplätzen und Stadtmauern. Mit dem Kulturweg wird das Erbe der Vögte touristisch und kulturell erschlossen. Der Besucher kann Tagestouren und Etappen, aber auch einzelne Punkte zu Fuß oder mit dem Rad entdecken. Eine Internetseite ergänzt das Angebot.

Auch in der Region um Plauen sind zahlreiche vögtische Orte Teil des Kulturwegs. So zum Beispiel die Kapelle in Kauschwitz. Die Kapelle wurde als Wasserburg mit einem Wehrturm von den Vögten von Plauen im 12. Jahrhundert erbaut. Im 18. Jahrhundert entstand aus dem alten Wehrturm die heutige Kapelle, die idyllisch an einem kleinen Teich steht.

Ein weiterer Herrschaftsort der Vögte findet sich zum Beispiel in Wiedersberg. An dem Ort nahe der bayerischen Grenze führte die große Handelsstraße Via Imperii von Stettin nach Rom vorbei. Zwischen den Stationen Plauen und Hof errichteten die Vögte von Weida in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine Burg, die den Reisenden eine sichere Unterkunft bot. Um 1250 ging die Burg an die Vögte von Plauen über. Heute ist die Burgruine ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Viele weitere Zeugnisse des Herrschaftsgebietes der Vögte von Weida, Gera und Plauen können ab sofort unter einem einheitlichem Namen erkundet werden. Das Angebot richtet sich sowohl an Touristen als auch an Einheimische und es lädt ein, die Umgebung zu entdecken.

Und bei all den vielfältigen Orten kann man sich bei einem ganz sicher sein: Irgendein Heinrich war immer schon vor Ort. Denn vom 12. Jahrhundert bis heute tragen die Söhne immer den Namen Heinrich.

www.kulturweg-der-voegte.eu

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