Märchen raten auf dem Wildkatzen-Pfad

Knifflige Aufgaben konnten Besucher der Hofweihnacht am Sonntag im Pfaffengut lösen. Und lernten dabei Neues über die Gebrüder Grimm.

Plauen.

Gut, das Märchen von der Goldenen Gans hat wohl jeder mal gehört. Und die meisten wissen auch, wer Stroh zu Gold spinnen lassen will. Aber in welchem Märchen spielt noch mal ein Schleifstein eine Rolle? Und was hat es mit den verschiedenen Fellstücken auf sich, die beim Märchenrätsel im Pfaffengut drapiert waren? Anlässlich der Hofweihnacht hat Beate Groh, Leiterin der Umweltzentrums, zum dritten Mal den Wildkatzen-Erlebnispfad zum Märchensteig mit zwölf Stationen umgewidmet - mit jeweils einer Textstelle und passenden Utensilien. "Es sind alles Märchen der Gebrüder Grimm", versichert sie. "Ich will dazu anregen, sich wieder mal mit ihnen zu beschäftigen."

Den Schleifstein hat sie aus dem eigenen Garten mitgebracht, er soll "Hans im Glück" illustrieren, der am Ende der Geschichte einen solchen Stein im Brunnen versenkt - aber trotzdem glücklich ist. Das Fell steht für "Allerleirauh", auch Märchen wie dem vom Meisterdieb oder (noch unbekannter) vom Nagel hat Beate Groh Stationen gewidmet. Mitgerätselt haben zum Beispiel Lucy Bahrs (12) samt Mutti Nancy (34) und Oma Annette (57). Sie finden die Idee gut, haben zuvor bereits Keramik im Kuhstall des Pfaffenguts gekauft. "Hier gibt es immer schöne Sachen, die werden zu Weihnachten verschenkt", so Annette Bahrs.

Rechtzeitig vor Start der Hofweihnacht hat der Regen aufgehört, am Nachmittag füllt sich das Gut mit Besuchern. Bis auf den Glühweinstand hat die Hofweihnacht mit herkömmlichen Weihnachtsmärkten wenig gemein. Über offenem Feuer wird Stockbrot geröstet, im bis auf den letzten Platz besetzten Pferdestall lädt Liedvogt zum gemeinsamen Adventslieder-Singen, es gibt Bastelangebote am Kanonenofen, nur wenige Stände.

Kerstin Wolf findet es genauso gut, "ohne Glanz und Glamour", wie sie sagt. Die Plauenerin ist samt Ehemann, Kindern und Enkeln ins Pfaffengut gekommen, alle sind Stammgäste im Umweltzentrum. Sie schätzen die besondere Atmosphäre, und den Märchensteig sind sie auch entlanggewandert. "Märchen passen gut zur Weihnachtszeit - und es gibt doch nichts Schöneres, als sie den Enkeln vorzulesen", meint Kerstin Wolf.

Beate Groh setzt seit Jahren auf diese "geruhsame" Art der Hofweihnacht: "Wir brauchen nicht viel Brimborium, nur ein paar nette Sachen." Das Konzept scheint aufzugehen. Und Wildkater Waldemar (13) ist für einen Tag Teil der Märcheninszenierung: Neben seinem Gehege befindet sich die Station mit dem Spruch der alten Katze, die ein Gesicht macht "wie drei Tage Regenwetter" - und sich dann den Bremer Stadtmusikanten anschließt.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...