Mit Vomag-Bus durch Plauen

Am 4. Oktober haben Interessenten beim Tag der Industriekultur die seltene Möglichkeit, mit einem Bus aus den 1950er-Jahren durch Plauen zu fahren und viel über die Entwicklung der Region zu erfahren.

Plauen.

Das Jahr 2020 ist das Jahr der Industriekultur, das im Kulturraum Vogtland-Zwickau mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird. Einen der Höhepunkte in diesen zwölf Monaten stellt der Tag der Industriekultur am 4. Oktober dar. Den wollen das Vogtlandmuseum und die Schaustickerei am Obstgartenweg gemeinsam begehen - trotz der Coronabeschränkungen. Wegen dieser Auflagen kommen vorerst allerdings insgesamt nur 90 Interessenten in den Genuss der Fahrt in einem Vomag-Bus H3B und der Museumsführungen.

Die Führungen für sechs Besuchergruppen zu jeweils 15 Personen finden zwischen 13 und 19 Uhr in den beiden Häusern statt. Zwischen der Schaustickerei und dem Museum verkehrt als Shuttle ein Oldtimer der Reichenbacher Verkehrsbetriebe Gerlach. "In dem Fahrzeug hat jeder Teilnehmer eine Sitzbank", erklärt Ausstellungskoordinator Lukas Mathiaschek das Hygienekonzept. Während der Fahrt ist Mundschutz zu tragen. Ein Leitsystem weist die Wege durch die Gebäude, sodass sich niemand zu nahekommt.

"Die Karten kosten zehn Euro pro Person, Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt", informiert Museumpädagoge Uwe Fischer. Dieser günstige Preis sei nur dank der finanziellen Unterstützung durch den Kulturraum möglich geworden, der die Busfahrten bezahlt. Pünktlichkeit ist unabdingbar. Denn die einzelnen Gruppen dürfen sich nicht begegnen. Die erste Gruppe startet um 13 Uhr mit der Fahrt zur Schaustickerei, während die zweite an der Nobelstraße mittels Exponaten und Dokumenten mehr über die geschichtlichen Zusammenhänge zur wirtschaftlichen Entwicklung im 20. Jahrhundert erfahren kann.

"Der Museumsverein kümmert sich um das Catering", kündigte Museumsdirektor Martin Salesch an. Außer dem Museumsverein sind auch die Vomag-Gruppe dieses Zusammenschlusses und der Verein der Plamagianer dabei. Die ehemaligen Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers informieren die Plauener über Industrie-Geschichte, während die Vomag-Freunde vor dem Museum ein Schmuckstück zeigen, das die Blicke der Passanten auf sich ziehen könnte. Der Vomag-Laster aus dem Jahr 1944 ist einer der letzten Lkw, die von der Vogtländischen Maschinenfabrik AG gefertigt worden sind.

Mit funktionierender Technik aus alten Zeiten kann aber auch die Schaustickerei glänzen. "Wir sind ja geradezu prädestiniert für Industriekultur", sagt Gabriele Rudolph, die Leiterin der Einrichtung. Bei ihr rattern alte Textilmaschinen von einst, als wenn die Zeit stehen geblieben wäre. Das Museum und die Stickerei wollen künftig öfter gemeinsame Wege gehen und ähnliche Veranstaltungen wie diesen Tag der Sächsischen Industriekultur auf die Beine stellen. Bei großem Andrang könnte der Tag wiederholt werden, wurde zugesichert. Martin Salesch kündigte für sein Haus als nächsten Höhepunkt eine Schau über die Kunstschule Plauen an. Die Exposition ist gemeinsam mit dem Kunstgewerbemuseum Dresden zusammengestellt worden. Als Termin nannte er den 11. Oktober. Bereits am 2. Oktober zeigt der Sammler Peter Winkler seine im Laufe vieler Jahre zusammengetragenen Raritäten in Sachen Industriekultur im Vogtlandmuseum.

Kartenvorbestellungen sind unter der Telefonnummer der Kasse des Vogtlandmuseums, Ruf 03741 291-2410, zu den Öffnungszeiten - täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr - möglich.

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