Nazi-Auftritt: Landratsamt klebt seine Fenster ab

Rechte Partei muss ihre Lautsprecher wegdrehen und mehr Abstand halten

Plauen.

Als Zeichen des Protests gegen die Aktion der Partei Dritter Weg am heutigen Samstag hat das Landratsamt seine Schaufenster zukleben lassen. Die bunt bedruckten Plakate sollen gleichzeitig für das Integrationsfest werben, das auf dem Theaterplatz stattfindet. Auch ein großflächiges Banner wurde angebracht - es wirbt für ein Neonazi-Aussteigerprogramm.

Die Veranstaltung der rechtsex-tremistischen Partei findet vor der Tür der Kreisverwaltung statt. Die Versammlungsbehörde hat ihr jetzt Auflagen erteilt. Hunde, Glasflaschen und Alkohol wurden verboten und der Abstand zwischen einem Behindertenfest und den Neonazis vergrößert. Der Dritte Weg muss um 25 Meter weiter nach oben rücken auf der Bahnhofstraße. Damit steht er ausschließlich auf der Fläche vor dem Landratsamt, sagte ein Behördensprecher. Eine weitere Auflage zielt auf die Lautsprecherboxen ab. Die Boxen dürfen nicht in Richtung des Theaterplatzes ausgerichtet sein. Trommeln und Fackeln wie beim Aufmarsch am 1. Mai habe der Dritte Weg dieses Mal nicht angemeldet als Kundgebungsmittel.


Die Partei plant für heute ganztägig ihren Wahlkampf-Abschluss. Angemeldet hat sie Fahnen, Transparente, Megafone und 50 Leute in einheitlicher Partei-Kleidung. Mit Biertischen, Essensausgabe, Werbung für Selbstverteidigungskurse und Hüpfburg gibt sie der Aktion die Note einer Familienveranstaltung. Zeitgleich begeht die Diakonie Auerbach zusammen mit der Stadt Plauen einen Integrationstag unter dem Motto "Voll normal" auf dem Theaterplatz. Zahlreiche Politiker wollen daran teilnehmen und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. "Wir führen dieses Fest durch. Alle Seiten haben uns darin bestärkt", sagte Sven Pruß-Delitsch, Vorstand der Diakonie Auerbach. Wenn das Fest gelinge, sei das eine starke politische Aussage. Drei Wochen nach dem Aufmarsch des Dritten Weges, von dem Bilder trommelnder Nazis bundesweit in den Schlagzeilen waren, will Plauen ein Signal setzen für Demokratie.

Zwischen das Integrationsfest und den Dritten Weg stellen sich Gegendemonstranten als Puffer. Der Runde Tisch will im Gleisdreieck Luftballons verteilen und mit Kreide malen. Angemeldet hat auch die Initiative "Nie wieder Faschismus".

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