Neue Kauschwitzer Dorfmitte: Baubeginn im Jahr 2019 in Gefahr

Das Dorfzentrum gilt als Schmuckstück einer Gemeinde. Es ist so etwas wie die Visitenkarte. Doch die soll nach neuesten Vorstellungen der Behörden in Kauschwitz ein nicht ganz so ansehnliches Bauwerk erhalten.

Kauschwitz.

Hat das Warten auf den Baustart ein Ende? Derzeit kann noch kein Termin für das in diesem Jahr geplante Bauprojekt in der Kauschwitzer Ortsmitte genannt werden. Das wurde am Mittwochabend in der jüngsten Kauschwitzer Ortschaftsratssitzung zur Gewissheit.

"Wir warten aufs Geld", berichtete Anett Kraus von der Stadtverwaltung als Gast des Abends. Der Fördermittelbescheid für den Ausbau der Straßenkreuzung in der Dorfmitte sowie das Anlegen eines Geh- und Radweges sei noch nicht eingegangen. Dessen erwarteter Eingang bedeute dann aber nicht den sofortigen Baubeginn, machte die Sachbearbeiterin Straßenbau deutlich. Die nötigen Ausschreibungen für die Arbeiten und weitere Vorbereitungen nehmen nach ihren Worten drei bis vier Monate in Anspruch. "Da wissen Sie, wo wir hinkommen", blickte Kraus voraus. Man müsse schauen, ob ein Baustart in diesem Jahr überhaupt noch einen Sinn mache. Aber das Geld sei nicht die einzige Hürde.

Grund ist, dass es sich bei der Neugestaltung der Ortsmitte um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Zweckverband Wasser & Abwasser Vogtland (Zwav) handelt. "Wenn die Stadtverwaltung den Förderbescheid hat, haben wir ihn noch lange nicht", sagte Waltraud Muß vom Zwav. Obwohl man in Dresden wisse, dass es sich hier um ein Gemeinschaftsprojekt handele, würden die Fördermittelanträge zu unterschiedlichen Zeiten beschieden. Der Zwav muss im Zuge des Straßenbaus in der Dorfmitte ein offenes Regenrückhaltebecken errichten. Dafür vorgesehen ist das Grundstück neben der Einmündung zur Mühle - nahe des Rittergutes und mitten im Dorfkern. Diese neue Nachricht stieß in der Versammlung bei einigen Ortschaftsräten und Bürgern auf Unmut. "Das ist doch ein Witz", war aus dem Publikum zu hören. Was könne so ein kleines Becken mit einem Fassungsvermögen von 67 Kubikmetern bewirken? fragten Einwohner. Das in dem Becken gesammelte Oberflächenwasser aus der Umgebung müsse "gedrosselt abgegeben werden", erklärte Muß. Das sei eine Vorgabe der Wasserbehörde.

Damit die Dorfmitte als Visitenkarte von Kauschwitz auch mit einem solchen Bauwerk noch ansehnlich erscheint, soll jetzt das Anlegen einer Hecke oder etwas anderem ringsherum geprüft werden.

Nicht alle Teilnehmer der Sitzung kritisierten den Standort für das geplante Rückhaltebecken. Derzeit befinde sich dort nur eine Wiese, und wenn die Anlage ordentlich hergerichtet werden würde, könne man damit leben, hieß es.

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