Nur ein Traum? Der Zauber einer Sommernacht

Minutenlanger Applaus und Bravo-Rufe - damit quittierte das Publikum am Samstag die Premiere eines Ballettstücks nach Shakespeare. Das Ticket war mehr als eine Karte für den Theatersaal.

Plauen.

Wer am Samstagabend eine Karte für die Plauener Premiere von William Shakespeares getanztem "Sommernachtstraum" in der Tasche trug, hatte damit mehr als den Zugang zu einem kurzweiligen Tanzabend und den gemütlichen Sesseln im Großen Haus des Vogtland-Theaters erworben. Das Ticket gewährleistete gleichzeitig den Eintritt in eine zauberhaft-verzauberte Elfenwelt. Darin flirrte mehr als die Luft. Denn auch die Gefühle waren in Wallung.

Das luftig-leichte Bühnenbild und die frischen Kostüme für den von Ballettchefin Annett Göhre choreografierten Reigen hat Mireia Vila Soriano geschaffen. Dazu musizierte das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau unter Leitung von Vladimir Yasorski.

Es ist ein Garten Eden für Liebende, der sich den Zuschauern auch am Freitag, 18 Uhr, wieder auftun wird. Doch es gibt Ärger im Erotik-Paradies. Selbst Titania (Miyu Fukagawa), die Königin der Feen, und das mit ihr verbandelte Elfenoberhaupt Oberon (Jeaho Shin) haben Beziehungsstress. Da müsse doch was zu machen sein, denkt sich der nichts als Unsinn im Schilde führende Waldgeist Puck (Yun Yeh a. G.). Er vertraut auf eine Blume, deren Samen zunächst süße Träume und daraufhin ewiges Verliebtsein verspricht. Die Wunderwirkung setzt ein, doch nicht nur in der Traumzauberwelt, sondern auch bei den Menschen.

Das komödienhafte Verwirrspiel "Ein Sommernachtstraum" spielt zwar im antiken Athen, würde aber an jedem sonstigen Ort funktionieren, natürlich auch in der Gegenwart. Die Liebe mit ihren Schwestern Leidenschaft und Eifersucht bewegt zu allen Zeiten Gemüter. "Wieviel glücklicher können die einen sein als die anderen!", lässt Dramenfürst Shakespeare bereits vor dem Jahr 1600 die schöne Helena (Nicole Stroh) sagen. Sie ist verliebt in Demetrius (Elliot Bourke), der wiederum nur Augen hat für Hermia (Judith Bohlen). Diese will mit Lysander (Vincenzo Vitanza) zusammensein. Wer denkt, dass das eine ganz schöne Eselei ist, hat nicht Unrecht.

Am Ende wird freilich alles gut. Gleich drei Hochzeitspaare, darunter auch Athens Herzog Theseus und Amazonenkönigin Hippolyta (Shin/Fukagawa) trauen sich und bewundern das Stück im Stück. Gespielt wird es von den tapferen Handwerkern der griechischen Stadt. Eine witzige Inszenierung!

Mit Bravorufen und minutenlangem Applaus quittierte das Publikum die kräftezehrende Leistung der Ensemblemitglieder, beinahe eineinhalb Stunden pausenlos auf der Bühne zu verbringen.

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