Plauen soll durch Olympia hoch hinaus

An den Spielen 2020 in Tokio nehmen zum ersten Mal BMX-Freestyler teil. Deutsche Athleten könnten dafür im Vogtland trainieren. Nutzt die Stadt diese Chance?

Plauen.

Jonathan Dressel springt mit seinem Rad durch die Luft, dreht sich 180Grad um die eigene Achse, landet und heizt anschließend mit seinem BMX-Rad die Rampe runter. Keine große Sache - weder für ihn noch für André Schäfer, der kaum einen Blick in die Richtung geworfen hat. "So etwas nimmt man bewusst gar nicht mehr wahr", sagt der Leiter des Skateparks Plauen. Jeden Tag üben auf dem Gelände am Mühlgraben jüngere und ältere BMX-Fahrer, da reißt so eine halbe Drehung keinen mehr vom Hocker.

Doch künftig will Schäfer dort ganz andere Sprünge machen. Höhere, spektakulärere und gewaltigere. "BMX-Freestyle ist 2020 in Tokio erstmals olympische Disziplin", sagt der 38-Jährige. Damit aus dem Breitensport ein Leistungssport werden kann, sollen laut Schäfer allein in der Region vier bis fünf olympische Stützpunkte entstehen. "Plauen hätte gute Chancen, dabei zu sein", schätzt er ein. Allerdings sollte der Skatepark dazu erweitert werden. Pläne dazu gibt es schon. "Dort könnte eine hölzerne Wand entstehen, gegen die mit dem BMX-Rad gesprungen werden kann", sagt er und deutet auf eine Stelle, an der jetzt noch eine Betonrampe steht.

Einen fünfstelligen Betrag würde es aus Schäfers Sicht kosten, damit Plauen vom prestigeträchtigen Olympiakuchen naschen darf. Geld, das sein Verein kaum aus eigener Tasche berappen kann. Doch aus seiner Sicht geht es für Plauen um viel. Die Trainingsmöglichkeiten sind nur die eine Seite. Genauso wichtig ist seiner Einschätzung nach die Aufwertung, die das jährliche Vereinsturnier "Gib Gummi" erfahren kann: "Wer bei Olympia starten will, muss sich zuvor bei Turnieren qualifizieren und wertvolle Punkte sammeln. Wenn unser Turnier dazu zählt, zieht das die deutsche BMX-Elite nach Plauen."

Bevor nach olympischen Ringen geschielt werden kann, stehen aber erst einmal viel grundsätzlichere Probleme auf der Tagesordnung: An verschiedenen Betonelementen sind Schäden entstanden, die saniert werden müssen. "Dabei handelt es sich insbesondere um die Erneuerung von Fugen zwischen den Elementen und den angrenzenden Asphaltflächen", teilte gestern Peter vom Hagen, Betriebsleiter der Gebäude- und Anlagenverwaltung mit. "Außerdem müssen kleinere Abplatzungen, Betonrisse und Fugen zwischen den Betonfertigteilen saniert werden." Die Kosten von rund 20.000Euro teilen sich voraussichtlich Stadt und Vereinssportstättenförderung. Dieses oder nächstes Jahr soll es losgehen.

So rasch möchte André Schäfer am liebsten auch die Erweiterung durchziehen. "Durch Olympia beginnt nun eine große Euphorie, die muss man nutzen - immerhin geht es bei BMX künftig um viel Geld", so der 38-Jährige. "Jetzt muss man starten!"

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