Plauener Rumpelstilzchen verzaubert mit Rumpelmobil

Im Vogtland-Theater wird in der Vorweihnachtszeit mächtig gerumpelt. Schuld ist eine charmante und lustige Fantasiefigur.

Plauen.

"Rumpsdibums": So gibt Julia Hell als "Rumpelstilzchen" ihren Schlachtruf in Richtung der Kinder. Der Saal des Plauener Vogtlandtheaters ist voll besetzt. Schüler der Montessorischule Plauen, des Kindergartens Sonnenschein aus Zeulenroda und weiterer Einrichtungen lieben die bunte, freundliche, zerfranste Figur in ihrem Rumpelmobil und unterstützen sie ebenso wie den jungen König, den Gerrit Maybaum verkörpert. Seit Sonntag läuft das Weihnachtsmärchen im Plauener Theater. Mit frischen Texten von Alice Asper versehen, besetzt mit fünf jungen Schauspielern, die allesamt in ihren Rollen brillieren, wird es in keiner der 70 Minuten Spieldauer langweilig. "Wir kommen schon seit einigen Jahren ins Theater, um uns mit den Kindern das Weihnachtsmärchen anzuschauen. Die Inszenierungen sind einfach wunderbar", sagt Sabine Hiller, Erzieherin in der Kita Zeulenroda.

Mit Sprüchen wie "Gold ist schwer, hat einen schlechten Klang und es blendet" sensibilisiert Rumpelstilzchen die jungen Besucher, sich vom äußeren Schein nicht täuschen zu lassen. Die Kinder lernen, dass kein normaler Mensch - wie beispielsweise die Müllerstochter (dargestellt von Sabrina Pankrath), die als Schulmädchen mit kurzem Röckchen, Ranzen und langen Zöpfen die Bühne betritt - Stroh zu Gold spinnen kann. Dazu bedarf es schon der Märchenfigur "Rumpelstilzchen".

Verlieben allerdings darf sich so ein "normales", modernes Mädchen schon, mitunter auch in einen König. Und wie im wahren Leben sehen die Könige heute nicht mehr aus wie noch vor Jahrhunderten. Längst haben sie Bauchbinde und Krone abgelegt und kommen auch einmal lässig im T-Shirt daher.

Die steifste Figur der gesamten Inszenierung musste Marcel Kaiser präsentieren. Er verkörperte des Königs geld- und goldgierigen Minister. Der nahm es sich dann schon einmal heraus, die verstorbene Königin-Mutter um Rat zu fragen. Sie unterstützte ihn in der Ansicht, dass man viel Geld und Gold haben müsste und Kinder nie laut sein dürften.

Das sieht das Rumpelstilzchen des Theaters Plauen-Zwickau freilich ganz anders. "Kinder sollen spielen, lachen, weinen und - rumpeln." Die jungen Königseltern fanden das toll und vertrauten dem liebenswert rumpligen Gesellen im Unterschied zur Vorlage im Märchen der Gebrüder Grimm ihr Königskind sehr gerne an. Das Rätsel mit dem Namen musste natürlich vorher trotzdem gelöst werden. Und dabei halfen die Kinder im Publikum dem jungen König kräftig mit.

Insgesamt 21 Mal führt das Schauspiel-Ensemble das Weihnachtsmärchen "Rumpelstilzchen" in Plauen auf. Der Märchenklassiker ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet. www.theater-plauen-zwickau.de

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