Praktikum vor Abschluss eines Lehrvertrages liegt voll im Trend

Die Agentur für Arbeit und die Stadt-Galerie hatten am Samstag zum wiederholten Male zu einer Ausbildungsbörse eingeladen. Viele Unternehmen möchten die Teilnahme nicht missen.

Plauen.

Bevor sich Schulabgänger für eine Ausbildung entscheiden, probieren viele von ihnen mit einem Praktikum aus, ob der Wunschberuf auch der richtige ist. Diese Möglichkeit wird zunehmend genutzt, berichtete Silke Steinkampf von der Bundesagentur für Arbeit am Samstag am Rande der Ausbildungsbörse in der Plauener Stadt-Galerie. Auch bei der Berufsberatung lege man darauf großen Wert.

Die Oelsnitzer Stadtwerke gehörten am Samstag zu jenen Ausstellern, die sich an der Ausbildungsbörse in Plauen beteiligten. Ines Przisambor bestätigte den Trend zum Praktikum: "Ein solches wird oft vereinbart", sagte sie. Dabei bleibt es den Schülern der achten und neunten Klassen überlassen, wie lange das Praktikum dauert. Manchmal sei es eine Woche, manchmal nur drei Tage. Dabei seien die Einsatzmöglichkeiten vielfältig. Die Stadtwerke Oelsnitz betreiben das Freibad Elstergarten, die Eisbahn, sorgen für Strom, Gas, Wärme und schnelles Internet in Oelsnitz. Demzufolge braucht man Fachangestellte für Bäderbetrieb, Anlagenmechaniker für das Gasnetz, Elektroniker für Betriebstechnik für das Stromnetz und Industriekaufleute. Das Unternehmen schaut sich auch in Schulen um. Die nötige Anzahl an Bewerbern zu finden, sei nach wie vor schwierig, sagt Ines Przisambor. Auch am Trend zu schlechten Noten habe sich nichts geändert.

Diesen Schülern dennoch die Möglichkeit zu einer guten Berufsausbildung zu geben, dienen die Beihilfen der Bundesagentur, erklärte Silke Steinkampf. Die Behörde sorgt für den nötigen Nachhilfeunterricht. Auch das Praktikum helfe dabei. Bei manchen jungen Leuten platze der Knoten erst, wenn sie die für sich geeignete Tätigkeit gefunden haben.

Auch die Bundesagentur sucht Nachwuchs: In Plauen sind das zwei Azubis und eine Studierende. In der Plauener Einrichtung sind derzeit drei Studierende und fünf Auszubildende tätig, so Steinkampf.

Die vierte Ausbildungsbörse in dem innerstädtischen Einkaufszentrum war am Samstag von nicht ganz so vielen Firmen und Institutionen genutzt worden wie im Vorjahr. 16 Firmen hatten auf zwei Etagen der Stadt-Galerie ihre Stände aufgebaut. Voriges Jahr sind es 20 gewesen, vor zwei Jahren 18. Die teilnehmenden Arbeitgeber zeigten sich aber zufrieden. Nicht nur Schüler stellten Fragen. "Es kommen auch Ältere, Eltern, Quereinsteiger", berichtete Jasmin Gschwendtner von der Diakonie Auerbach.

Die Personalmanagerin war bereits zum dritten Mal bei der von der Bundesagentur für Arbeit und der Stadt-Galerie organisierten Börse dabei. Die Diakonie sucht Jugendliche, die Altenpfleger werden wollen. Ab September lautet die Berufsbezeichnung Pflegefachmann oder Pflegefachfrau. Fünf Auszubildende befinden sich derzeit in den Einrichtungen der Wohltätigkeitsorganisation. Die nutzt laut Gschwendtner viele Gelegenheiten, um Schüler für diese Ausbildung zu interessieren. Dazu gehören Ausbildungsbörsen wie die am Samstag, aber auch die in ganz Sachsen stattfindende Woche der offenen Unternehmen mit dem Titel "Schau rein". "Einmal im Jahr sind wir auch im Beruflichen Schulzentrum Anne Frank an der Reißiger Straße in Plauen", berichtete Jasmin Gschwendtner weiter. Diese Bemühungen würden Wirkung zeigen. "Die Resonanz ist spürbar", versicherte die Vogtländerin. Jugendliche Besucher von den Ständen sehe sie in den Einrichtungen der Diakonie später wieder - etwa bei einem Praktikum.


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