Premiere: Theater erzählt Bettgeschichten

Die Revuette "Kind, ich schlafe so schlecht" hatte am Samstag auf der Kleinen Bühne Premiere. Das Publikum sparte am Ende nicht am Applaus.

Plauen.

Eine Zugabe inmitten der Vorstellung kommt nicht allzu oft vor. Nach Paul Abrahams "Mausi, süß warst du heute Nacht" aus der Operette "Victoria und ihr Husar" bekamen Nataliia Ulasevych und Marcus Sandmann aber so viel Beifall, dass sie einen kleinen Nachschlag gewährten. Die beiden Sänger überzeugten auch mit schauspielerischen Qualitäten und wurden begleitet von den Musikern des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau. Insgesamt war das ein gelungener Abend.

Der musikalische Leiter, Matthias Spindler, spielte Klavier. Zusätzlich hatte er eine andere Aufgabe: "Bonsoir, André", hatte er in einer amüsanten Szene zwischen Marcus Sandmann und Nataliia Ulasevych als Stichwort ein ums andere Mal zu geben. Sandmann spielte einen genervten Regisseur. Er wollte der Sängerin in dieser Nummer beibringen, wie sie den Satz "Darf ich Ihnen ein Glas Champagner servieren" richtig zu sprechen hat. Das misslang zum Vergnügen der Zuschauer immer wieder. Die beiden Sänger zeigten ihre schauspielerischen und komödiantischen Qualitäten und brachten das Publikum zum Lachen.

Für weitere Höhepunkte in dem mehr als zweieinhalbstündigen Programm sorgte Nataliia Ulasevych mit ihrem wunderbaren Gesang. Ob sie nun "Send a wish upon a star" von Sia, "Gott geht heut' ohne mein Gebet in sein Bett" von Rosenstolz oder ein russisches Wiegenlied sang - man konnte nicht anders, als ihr andächtig zu lauschen.

Regisseur Jürgen Pöckel lockert das Programm mit Texten, heiteren Szenen, Operette, Pop, Volksweisen und Gedichten auf. Der Dichter Matthias Claudius (1740-1815) taucht zweimal auf - auch wenn das so nicht im Programm zu finden ist. Neben der von Sandmann vorgetragenen Sternseherin Lisa stammt auch der Text zum Lied von Paul Abraham Peter Schulz "Der Mond ist aufgegangen" von ihm. Auch "Kluge Sterne" von Heinrich Heine war zu hören: "Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug von unserer Erde sich ferne."

Hinter der Bühne war ein Vollmond und der Schriftzug "Sleepless Plauen" (Schlafloses Plauen) angebracht. Denn einschlafen konnten zumindest die Akteure auf der Bühne nicht. Was die beiden alles treiben, weil sie nicht einschlafen können, lässt an keiner Stelle eine Spur von Langeweile aufkommen und ist schon gar nichts, um müde zu werden. Die Mätresse des französischen Königs, Ludwig XV., Madame Pompadour (1721-1764) rekelt sich in Reizwäsche auf dem Laken. Dieser Abend zum Thema Bett, das in drehbarer Ausführung die Bühne beherrschte, kam beim Publikum bestens an. Viele Zuschauer in der ausverkauften Kleinen Bühne spendeten stehend Applaus. Nataliia Ulasevych gewährte am Schluss eine weitere Zugabe.

Wer sich diesen unterhaltsamen Abend gönnen möchte, sollte sich beeilen. In dieser Spielzeit steht "Kind, ich schlafe so schlecht" nur noch dreimal im Spielplan. In der nächsten Spielzeit soll es aber weiter aufgeführt werden, wie Operndirektor Jürgen Pöckel informierte.

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