Publikumsliebling verzaubert schon vor der Theaterpremiere

Das Theater Plauen-Zwickau erweckt mitten im Januar die Sehnsucht nach einer lauen Sommernacht. Die Besetzung des neuen Stücks verspricht Großes.

Plauen.

Die Vorfreude steht ihr ins Gesicht geschrieben: Sandrine Guiraud, viele Jahre festes Ensemblemitglied des Theaters Plauen-Zwickau und absoluter Publikumsliebling, kehrt für das Musical "Das Lächeln einer Sommernacht" auf die Bühne des Vogtland-Theaters zurück. Am kommenden Samstag feiert das Stück Premiere in Plauen, bereits am gestrigen Sonntag konnten sich Interessierte einen Vorgeschmack auf die raffinierte Inszenierung holen.

Für Regisseur Jürgen Pöckel ist das Stück "Musiktheater im besten Sinne des Wortes". Bis vor Kurzem seien die Werke von Sondheim in Deutschland nur selten gespielt worden. "Gerade gibt es aber eine richtige Sondheim-Welle, die vielleicht auch das Theater Plauen-Zwickau mit angestoßen hat", so Pöckel.

Die Besetzung des Stückes verspricht Großes: Auch wenn alle Figuren gleichberechtigt agieren und es keine Hauptfigur gibt, dreht sich doch letztlich alles um Desirée, gespielt von Publikumsliebling Sandrine Guiraud. Sie begeisterte schon bei der Matinee die Zuschauer. Mit Sinnlichkeit und Biss, aber auch mit unterschwelliger Zerbrechlichkeit präsentierte sie das Lied "Wo sind die Clowns", der wohl bekannteste Titel des Musicals. "Sandrine ist für mich der Inbegriff einer Schauspielerin, deswegen war uns von Anfang an klar, dass sie die Rolle der Schauspielerin Desirée Armfeld übernehmen soll", hatte Operndirektor Pöckel bereits vor der ersten Premiere des Stücks in Zwickau erklärt.

Auch auf das Bühnenbild darf sich das Publikum freuen - Sabine Pommerening hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Zu Beginn wirkt der Aufbau wie ein schwedischer Salon um die Zeit der Jahrhundertwende. Alles ist leicht und luftig. Im zweiten Teil wird aus dem Salon eine Waldlandschaft, in der sich die Midsommernachtsfeier entfalten kann. Und über allem schwebt die Musik von Sondheim fast durchgängig im Dreivierteltakt, der nur an einigen Stellen wieder zerlegt wird.

Das Publikum erwartet eine große Geschichte, in der Text und Musik eng verzahnt sind. Das Stück ist wie ein Film mit einem sehr musikalischen Soundtrack, so Pöckel. Letztlich dreht sich alles um die Liebe und die Möglichkeit, auch in fortgeschrittenen Lebensjahren die Chance zu ergreifen, begangene Fehler zu revidieren. "Das Lächeln einer Sommernacht" regt an, über die Liebe nachzudenken - aber vielleicht auch über eine Reise nach Schweden, so Pöckel schmunzelnd.

Sechs Aufführungen soll es in dieser Spielzeit in Plauen geben. Premiere ist am Samstag, 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen: 26. Januar (15 Uhr), 15. Februar (19.30 Uhr),

3. März (19.30 Uhr), 15. März (18 Uhr), 13. April (18 Uhr). www.theater-plauen.de


Worum es geht

"Das Lächeln einer Sommernacht" von Stephen Sondheim entstand nach einer Filmvorlage von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1955. Seine Uraufführung hatte es 1973. Das Stück ist ein Kammerspiel um Liebesleid und Liebesglück mit nordischem Flair. Es spielt in Schweden um 1900. Der Anwalt Frederik Egermann ist mit der wesentlich jüngeren Ann verheiratet, die altersmäßig eher zu seinem Sohn als zu ihm passt. Als seine ehemalige Geliebte Desirée Armfeld für einige Aufführungen in der Stadt ist, verfällt er ihr erneut. Sie hat allerdings eine Affäre mit dem verheirateten Graf Malcolm. Alle Beteiligten treffen schließlich auf dem Anwesen von Desireés Mutter zu einer Mittsommernachtsparty aufeinander... (reinh)


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