Raupen fressen Bäume kahl

Die Pflanzen sind voller Netze, denn Tausende Gespinstmottenraupen haben einen satten Appetit. Werden das die Gewächse überstehen? Das Umweltamt weiß mehr.

Weischlitz/Pirk.

"Freie Presse"-Leser Ralf Schlott aus Klingenthal traute seinen Augen nicht. Als er jetzt an der Talsperre Pirk zum Anbaden und in der Gegend rund um den Globus-Markt unterwegs war, entdeckte er an den Straßenrändern überall Bäume, die statt grüner Blätter spinnwebenartige Gebilde aufweisen. "Beim genauen Hinsehen war alles voller Raupen", so Schlott.

Umweltamtsleiter Tobias Pohl geht davon aus, dass es sich bei dem Aufsehen erregenden Naturschauspiel um Raupen von Gespinstmotten handelt, einer Schmetterlingsart. Manchmal käme es zu massivem Befall, so Dr. Pohl. Aber: "Wenn die Raupen zu viele sind, sodass nicht mehr ausreichend zum Fressen da ist, sterben sie."


Pflanzenfreund Schlott stellt sich indes die Frage, ob die Tierchen für den Menschen gefährlich sind, ob sie vielleicht Allergien auslösen können. Denn der Vogtländer hat auch beobachtet, dass sich Vögel die leckeren Raupen nicht holten. Da müsse doch was im Busch sein, meint Schlott. Vielleicht war er zur falschen Zeit vor Ort, denn von den vogtländischen Umweltexperten ist zu erfahren, dass Singvögel die Raupen gerne mögen. Überhaupt sei der Mottennachwuchs nicht gefährlich. Auch wegen der kahl gefressenen Zweige gibt's aus dem Umweltsamt Entwarnung: "Die Pflanzen erholen sich und treiben noch meistens im selben Jahr wieder aus."

Zum Glück haben die Raupen auch natürliche Feinde, Schlupfwespen zum Beispiel und Raubwanzen. Bei Obstbaum-Befall sollte man die Vielfraße rechtzeitig absammeln.

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