Sänger mit Herzblut bei der Sache

Der Gemischte Chor Kobitzschwalde hat dieses Jahr zwei Jubiläen: 110 Jahre Chorgesang und 50 Jahre Gemischter Chor. Doch es gibt etwas, was die Freude der Sänger trübt.

Kobitzschwalde.

Klar wird gefeiert, wenn man 110 Jahre Chorgesang und 50 Jahre Gemischter Chor in Kobitzschwalde begeht. Doch ein Problem ist allgegenwärtig: Der Nachwuchs fehlt. "Wir würden auch moderne Lieder singen", sagt Andrea Kropfgans, die den Gemischten Chor Kobitzschwalde zusammenhält, aber auch viele Helfer hinter sich weiß. "Für neue Ideen sind wir immer offen, wir sind aufgeschlossen."

Aber offenbar wollen die jungen Leute nicht mehr singen. "Unser Altersdurchschnitt liegt bei etwa 70 Jahren." Der jüngste Sänger ist Mirko Meichsner aus Neundorf. Der 44-Jährige verstärkt auch die Singakademie in Plauen. Der älteste Sänger ist Günter Kadner. Im Juli wird der Plauener 90 Jahre alt. Kann man da nicht sagen, dass das Singen jung und fit hält? "Eigentlich schon", sagt Andrea Kropfgans und lacht. Der ehemalige Sportlehrer ist zudem Mitglied der Plauener Folkloregruppe. 25 Frauen und Männer singen derzeit im Kobitzschwalder Chor. Unter ihnen ist auch Gerda Keilhack. Die 80-Jährige ist ein Gründungsmitglied des Chores und singt bis heute mit.

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Bereits 1909 wurde in Kobitzsch-walde der Männergesangverein Heimatklang ins Leben gerufen. Der Gemischte Chor Kobitzschwalde gründete sich im Jahr 1969, das Gründerlied hieß "Zogen einst fünf Schwäne". Zu dieser Zeit war aber bereits absehbar, dass der Männergesangverein aufgrund fehlenden Nachwuchses nur noch eine begrenzte Zeit singfähig sein würde, und die Auflösung drohte. "Deshalb gab es einige Jahre zwei Chöre", weiß Andrea Kropfgans. Es gab Männer, die im Gemischten Chor mitsangen. Aber es gab auch welche, die wollten nur mit Männern singen. "Heute sind noch vier Männer dabei, die damals in beiden Chören Mitglied waren", so Andrea Kropfgans.

Von 1990 bis Anfang 2008 fanden die Chorproben wegen eines fehlenden Proberaumes im Nachbarort Kloschwitz statt. Erst im März 2008 konnte der Chor wieder zu den Übungsstunden nach Kobitzsch-walde zurückkehren. Geprobt wird immer donnerstags um 20 Uhr im Feuerwehr- und Vereinshaus.

"Wir sind alle keine Profis, sondern Sängerinnen und Sänger, die mit Lust und Liebe zur wöchentlichen Singstunde gehen, um in den Proben Abstand von Alltagssorgen und -problemen zu gewinnen", heißt es vom Chor. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen.

Dirigent ist seit dem Jahr 2012 Udo Meier. Gemeinsam mit seiner Frau Marita gibt er seit dieser Zeit dem Chor Schwung und gute Laune. "Er macht das mit Herzblut", sagt Andrea Kropfgans. Und: "Wenn mal einer aufhören wollte, hat er es immer wieder geschafft, dass er im Chor geblieben ist."

Als Chorleiter und Dirigent wirkte von Anfang an Klaus Fraas, der auch viele Lieder für den Chor bearbeitete. Durch seinen plötzlichen Tod im April 2003 stellte sich Bärbel Borchert, eine Sängerin aus den eigenen Reihen, dieser Aufgabe. 2006 übernahm dann Harald Dörr, der schon viele Jahre als Dirigent den Leubnitzer Männerchor leitete, auch den Gemischten Chor. Er dirigierte bis Juli 2012.

Partnerchöre in der Chorgemeinschaft waren über Jahrzehnte hinweg die Männerchöre aus Rodau, Leubnitz, Syrau und Straßberg. Allerdings löste sich der Männerchor Straßberg Ende 1999 auf, der Männerchor Leubnitz im Jahr 2010. "Zu unserer Chorgemeinschaft hinzugestoßen ist der Männerchor Elsterklang aus Weischlitz", so Andrea Kropfgans.

Jedes Jahr gibt es zwei Sängertreffen: das im Frühling, welches diesmal mit dem Kobitzschwalder Jubiläum verbunden wurde, und eines im Herbst. Der nächste Auftritt des Gemischten Chors Kobitzschwalde wird zum Burgsteinsingen am 30. Juni sein. Da wirkt auch die Folkloregruppe Plauen mit.

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