Schaustickerei erhält neues Dach und originalgetreue Oberlichter

Mit Schüsseln müssen die Mitarbeiter bald keinen durchs Gebälk tröpfelnden Regen mehr auffangen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Museums in Reusa kommt auch sonst gut voran.

Plauen.

Nach der Dachsanierung und Fassadenerneuerung der Villa aus dem Jahr 1897 auf dem Schaustickerei-Gelände am Obstgartenweg haben am gestrigen Dienstag auch die Bauarbeiten am Dach des benachbarten Stickereigebäudes begonnen. Über den Sommer, möglichst bis Ende September, soll das 1902 errichtete Haus ein neues Blechdach erhalten.

Doch nicht nur dafür sind 73.000 Euro eingeplant, wie Jana Eichler, Projektleiterin der Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt, berichtet. Wenn die Handwerker dem denkmalgeschützten Gebäude aufs Dach steigen, wollen sie sich nämlich auch die in die Jahre gekommenen Oberlichter vornehmen. "Alles soll aussehen wie früher", so Eichler. Damals existierten vier statt wie momentan drei Fenster, und dieser Zustand soll eben wieder hergestellt werden. Solch eine originalgetreue Nachbildung in Holz und Glas verlange schließlich auch der Denkmalschutz, sagt die Fachfrau. Ihr Betrieb verwaltet das historische Gebäudeensemble auf dem idyllischen Grundstück im Eigentum der Stadt.


Seit Mai hat das erste der beiden Schaustickerei-Bauten bereits eine neue Dacheindeckung mit Gauben-Erneuerung und modernem Blitzschutz sowie einen frischen Fassadenanstrich in hellem Ocker erhalten. Die Kosten: 62.000 Euro. Zu mehr als der Hälfte kamen sie vom Kulturraum Vogtland-Zwickau. Auch marode Putzstellen sind großflächig ausgebessert worden, was nochmals mit 8000 Euro aus der Stadtkasse zu Buche. Nun könne es endlich nicht mehr reinregnen, freut sich Museumschefin Gabriele Rudolph. Sie und ihre Mitarbeiter hätten mit Schüsseln den durchs Gebälk tröpfelnden Regen auffangen müssen, sagt sie.

Die durch das hiesige Planungsbüro Oertel betreuten Modernisierungen an dem Reusaer Museum, an denen weitere sechs Plauener Firmen beteiligt sind, kommen zur richtigen Zeit: 2020 wird das "Jahr der Industriekultur" in Sachsen stattfinden. Ob dann allerdings die geschichtsträchtigen Doppelfenster und die Türen schon renoviert sind, das stehe noch in den Sternen, so Rudolph. "Wir würden es gern sehen, wenn alles stilecht aufgearbeitet würde", sagt Rudolph.

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