Schwibbogen aus Holz und Glas als eine leuchtende Visitenkarte

Rene Rödel hat rund um die Uhr zu tun. Sein selbst hergestellter Fensterschmuck kommt bei Kunden in der Region und darüber hinaus an.

Plauen.

Das alte Rathaus, der Rathausturm, der Bärensteinturm, die Johanniskirche und der Komturhof sind Bauten, an denen man Plauen erkennt. Zusammen sind sie nicht aufs Foto zu bekommen, wenn man keine Fotomontage machen will. Rene Rödel gelingt das in seinen Leuchtbildern aber hervorragend. Der Plauener schafft es sogar, beim Betrachter seiner Kunstwerke eine Tiefenwirkung hervorzurufen und sie zum Leuchten zu bringen. Das macht er mit Sandstrahlung. Kein Wunder, dass sich seine Glaskunst schnell herumgesprochen hat und der 48-Jährige viel zu tun hat.

Die Arbeit mit den typischen Bauwerken der Stadt ist für eine Plauenerin. Sie hat es sich so gewünscht. "Ich habe inzwischen eine Anfrage bekommen, ob ich das auch für Meerane machen kann", lässt Rene Rödel wissen. Auch dort wünscht man sich eine solche leuchtende Visitenkarte der Stadt. Aber der im Oelsnitzer Betrieb Sicherheitsglastechnik beschäftigte Glaszuschneider hat noch eine ganze Reihe weiterer Motive im Programm. Die versendet er in die ganze Bundesrepublik.

Zwei gekreuzte Hämmer und eine Gruppe von Kumpeln aus dem Bergbau grüßen von einer anderen Vorlage auf dem Computerbildschirm des Hobbykünstlers - das Bild sieht nach Erzgebirge aus. Und richtig: "Kumpelverein" ist darauf zu lesen, womit der Fußballclub Erzgebirge Aue gemeint ist. Jetzt könnte man denken, dass die Lieferadresse in Sachsen gewesen ist. Aber falsch: "Das ging ins Ruhrgebiet", stellt der Vogtländer klar. "Das hat eine Plauenerin für eine Freundin bestellt, die dahingezogen ist." Auch im Audi-Zentrum Plauen hängt ein Leuchtbild des Bastlers - ein Geschenk.

Mit dem Basteln hat er vor etwa zehn Jahren in seinem Garten angefangen. "Es ging los mit Geschenken für Bekannte und Freunde", erinnert er sich. Diese originellen Aufmerksamkeiten kamen gut an. Dass ein Plauener solchen Wohnzimmer- und Fensterschmuck und auch Schwibbögen herstellt, hat sich mit der Zeit herumgesprochen. Die Anfragen häuften sich. Im August dieses Jahres meldete Rene Rödel daher ein Nebengewerbe an. Im Internetnetzwerk Facebook findet sich mittlerweile seine Seite R.R. Art of Glass & LED. Dort kann man Kontakt aufnehmen.

Gewerkelt wird im Arbeitszimmer und im Keller. Vom Rathaus und den anderen Gebäuden hat der Plauener zunächst Fotos gemacht, die Konturen der Bauten auf eine Folie übertragen und diese dann mithilfe eines Plotters ausgeschnitten. Ein Plotter wird unter anderem in Werbeagenturen verwendet. Damit lassen sich größere Muster bearbeiten. Die herausgelösten Teile kommen dann auf das Glas. Im Keller steht die Sandstrahlkabine, in der das Ganze veredelt wird. Auch die hölzernen Füße mit einer Rille für die Beleuchtung stellt Rene Rödel selbst her.

"Ich nehme dazu Holz aus dem Baumarkt, für Regale", gewährt er einen kleinen Einblick in seine Arbeit. Schließlich gehen die Schmuckstücke auf die Reise, um zum Beispiel am Jahresende rechtzeitig als Geschenk auf den Gabentischen zu liegen. Übrigens ist auch die Lebensgefährtin des Vogtländers in einem Nebengewerbe aktiv: Sie stellt bestickte Handtaschen und Portemonnaies für Damen her, die als Produkte ebenfalls gefragt sind.

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