Steffen Raab will weitere junge Familien nach Weischlitz locken

Wenn am 31. Januar ein neuer Bürgermeister gewählt wird, steht der derzeitige Amtsinhaber als einziger Kandidat auf dem Stimmzettel. Mit dieser Situation hatte der 45-Jährige nicht gerechnet.

Weischlitz.

Für Steffen Raab von den Freien Wählern Weischlitz rückt eine zweite Amtsperiode als Bürgermeister der Gemeinde Weischlitz näher. Am Sonntag, dem 31. Januar, wird gewählt. Ein bisschen wundere er sich schon darüber, dass es keinen offiziellen Gegenkandidaten zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl gibt. Vor seinem Amtsantritt 2009 musste Raab sich immerhin gegen sechs Konkurrenten durchsetzen. "Ich sehe es aber auch als Honorierung dafür, dass ich wohl nicht alles falsch gemacht habe." Der 45-Jährige spricht von "stabilen Verhältnissen" in der Gemeinde. Aktuell beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung 700 Euro. "Damit liegen wir im Vergleich mit anderen Kommunen unterm Durchschnitt." Wichtig sei, dass der Eigenmittelanteil bei Förderprojekten gewährleistet ist.

Im Fall der Wiederwahl will der gebürtige Plauener an jenes anknüpfen, was bisher erreicht worden ist. Von Luftschlössern halte er allerdings nichts. "Ich mache keine großen Versprechen." Es gehe darum, die Infrastruktur für die Bürger und die Wirtschaft so attraktiv wie möglich zu gestalten. So wurde jüngst die Erweiterung des Weischlitzer Neubaugebietes Reuthteich beschlossen. Inzwischen ist die Erschließung weit fortgeschritten. "In diesem Jahr starten wir die Vermarktung." Junge Familien in den ländlichen Raum zu locken, sei eines der wichtigsten Anliegen für die Zukunft. Die Umsetzung einer zentralen Kläranlage in Kobitzschwalde bis 2018 steht ebenfalls auf der Agenda der Gemeindeverwaltung. "Da sind wir sehr optimistisch, dass es gelingt." In Kröstau, Kloschwitz und Grobau sind solche Anlagen bereits gebaut worden. Dennoch werden der demografische Wandel und rückläufige Schlüsselzuweisungen nicht spurlos an der Gemeinde vorbeigehen, prophezeit Raab. Da stehe man vor schwierigen Herausforderungen. "Ich will möglichst viel von dem, was wir haben, auch erhalten." Dazu gehören drei Schulen und vier Kindereinrichtungen. In die Sanierung der Grundschule Krebes wurden in jüngster Vergangenheit rund 320.000 Euro investiert. "Das war ein Versprechen bei der Eingemeindung des Burgsteingebietes 2012." Damals habe er verbindlich zugesagt, dass die Schule bis 2014 nicht schließt.


Auch künftig wolle er mit den Ortschaften im Gemeindegebiet - sie verteilen sich auf einer Fläche von 90 Quadratkilometern - auf Augenhöhe agieren. Dabei baut der designierte Bürgermeister auf ein vernünftiges Wechselspiel. "Die insgesamt zehn Ortschaftsräte sind die Bindeglieder."

Die Entscheidung, nochmals zu kandidieren, hat der Vater von drei Kindern nach eigener Aussage mit seiner Ehefrau abgestimmt. Nach sieben Jahren im Amt wisse er, was es bedeutet, ständig im Kreuzfeuer zu stehen. "Ich stelle mich der Verantwortung." Seit 2005 arbeitet der ehemalige Banker und Mitarbeiter der Rehau AG - ein führender Hersteller für Kunststoffe - im Gemeinderat. Bereits im Jahr 1994 zog der amtierende Bürgermeister mit seiner Familie nach Weischlitz.

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