Talsperre Pöhl vor 55 Jahren eingeweiht

Fotorätsel Auflösung 1212: Die Pöhl ist als Naherholungsgebiet beliebt. Gebaut wurde die Sperre aus anderem Grund.

Pöhl.

Am 2. Oktober 1964 wurde offiziell vollendet, was schon in den 1950er Jahren gemunkelt wurde: Der kleine Bach Trieb soll im Dorf Pöhl zu einer Talsperre gestaut werden! Einen Plan zum Hochwasserschutz für das Gebiet der Weißen Elster gab es bereits schon in den 1930er-Jahren. Die Ausführungen wurden aber aufgegeben, der Krieg bekam Vorrang. Als 1954 die Trieb wieder tobte, auch die kleine Brücke an ihrer Mündung in die Elster wegriss und in Leipzig die neuen Gebäude der Hochschule für Körperkultur am Elsterufer unter Wasser standen, kam man auf die früheren Pläne zurück. Nun noch dringender, weil die Industrie und vor allem die Wismut Wasser brauchten.

So erfolgte am 1. Januar 1958 der erste Spatenstich und zwei Monate später legte der VEB Talsperrenbau Weimar mit voller Kraft los, eine Sperrmauer zu errichten. Zuvor mussten beiderseitig die Stollen früherer Bergwerke versiegelt werden. Schwieriger war es, die menschlichen Probleme zu lösen, denn das Dorf Pöhl war bewohnt und keiner wollte gern Haus und Hof verlassen. Glatt ging das damals nicht. Der Wasserstau begann 1960.


Nach und nach füllte sich das riesige "Becken", das 7,2 Kilometer lang ist. Nach wie vor liefern die Trieb und der Rabenbach das nötige Wasser über zwei Vorsperren. Dieses neue Naherholungs-Zentrum, das damals über dem Dorf Pöhl entstanden ist, wird nach wie vor als Brauchwasser-Talsperre genutzt. Wenn Wasser woanders gebraucht wird, sinkt der Spiegel und die 25 Kilometer langen Uferlinien verlieren ihren gewohnten Charakter. Da kann's dann auch matschig werden.

Die Architekten haben auch äußerlich modern gebaut, denn die 312 Meter lange und 61 Meter hohe Sperrmauer ist in ihrer schwungvollen Form schön anzusehen. Das erste Fahrgast-Schiff wurde 1966 in der Pöhl zu Wasser gelassen. Es hieß "Triebtal", war damals schon 78 Jahre alt und sah mickrig aus. Egal - diese "Triebtal" war einige Sommer lang die Attraktion auf dem neuen vogtländischen Meer, das inzwischen schon 55 Jahre alt ist.

Gewonnen hat Annette Deeg aus Plauen. Sie erhält zwei Freikarten für das Konzert mit The Firebirds am 24. August im Plauener Parktheater.

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