Tauziehen mit Behörde: Kreuzung vorerst gerettet

Einsatz für Industriepläne: Plauens OB stimmt Dresden um. Für den Knoten in Oberlosa soll es eine Extra-Lösung geben.

Plauen.

Überraschende Wendung im Fall der Problemkreuzung der Bundesstraße 92 zwischen Plauen und Oelsnitz: Das drohende Aus für den sogenannten Knoten K 7807, wie die Kreuzung der B 92 mit der Straße zwischen Ober- und Unterlosa im Amtsdeutsch bezeichnet wird, ist zunächst abgewendet. Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) gelang es, bei einem Treffen im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Präsidentin Doris Drescher umzustimmen.

Bisher hatte die Landesbehörde die Errichtung einer neuen, autobahnnahen und siedlungsfernen Zufahrt zur Erweiterung des Industrie- und Gewerbestandortes an das zeitgleiche Aus für den Knoten geknüpft. Dagegen laufen die Bewohner der Plauener Ortsteile Sturm: Der drohende Wegfall der wichtigsten Verbindung zwischen Ober- und Unterlosa löste Proteste aus und ist eines der Kernthemen einer neu gegründeten Bürgerinitiative.

Doch wie geht es nun weiter mit dem Knoten K 7807? "Um das Vorgehen hierzu abzustimmen, wird es einen weiteren Gesprächstermin geben", sagt Oberdorfer. Neben der Stadt Plauen und dem Landesamt sollen auch der Vogtlandkreis, Sachsens Wirtschaftsministerium und Wirtschaftsförderung teilnehmen. In einer Machbarkeitsanalyse sollen Varianten geprüft werden. Der OB kündigte an, dass eine "künftige Neuanbindung von Unterlosa" untersucht werde. Mit den Planungen zum Ausbau der B 92 zwischen Plauen und Autobahn-Anschlussstelle insgesamt werde die Straßenbaubehörde dann 2020 beginnen.

Für den Zeitraum ab Inbetriebnahme der neuen Industriegebietszufahrt zur B 92 - einen Zeitpunkt nennt der OB nicht - bis zu einer neuen Lösung aus Gründen der Verkehrssicherheit soll es voraussichtlich auch "verkehrsbehördliche Maßnahmen" an jenem Knoten geben: Überholverbot oder auch Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auch das ist eine weitere Wendung: Erst am 19. Oktober hatte die "Freie Presse" unter der Überschrift "Trügerische Ruhe an Todeskreuzung" berichtet, dass ausgerechnet an jener mäßig ausgebauten Kreuzung Tempo 100 erlaubt ist, während für alle anderen Abfahrten der B 92 die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt ist.

Ralf Oberdorfer äußerte sich am Freitag "sehr erleichtert", dass er sein Versprechen an die Oberlosaer und Unterlosaer halten und das Verfahren zum Knoten vom Bau der neu geplanten Industriegebiets-Zufahrt abkoppeln konnte. Er hofft auf Vertrauensbildung und sieht die Vereinbarung als einen Schritt hin zur Erweiterung des Industrie- und Gewerbestandortes Oberlosa. "Das ist äußerst wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung für die Stadt und die Region", wiederholte er seinen Appell. Ein Betroffener aus Oberlosa hat indes Normenkontrollklage eingereicht. Ausgang ungewiss.

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