Terminal in Herlasgrün? Landrat gibt sich wortkarg

Befürchtungen in Pöhl: Bürgermeisterin fragt beim Wirtschaftsminister nach

Pöhl.

Für Bewohner und Offizielle der Gemeinde Pöhl sind es im Moment ungemütliche Zeiten. Neben den Umwelt-Altlasten ungewissen Ausmaßes in Herlasgrün und dem Hickhack um die für ungültig erklärte Bürgermeisterwahl hat das Bekanntwerden von Plänen für einen Güterumschlagplatz in Herlasgrün Kritik, Unmut, Enttäuschung und auch Ratlosigkeit ausgelöst.

Deutlich wurde das in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. "Die Befürchtungen und Spekulationen scheinen sich zu bewahrheiten", sagte der stellvertretende Bürgermeister Erik Jung (Freie Wähler), der die wegen eines Termins verhinderte Ortschefin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) vertreten musste. Antworten hatte Jung nicht parat. So mussten sich betroffene Herlasgrüner Bürger, drei AfD-Kreisräte und die Medienvertreter mit dürftigen Antworten begnügen.

Erik Jung konnte lediglich ein Schreiben der Bürgermeisterin an Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) verlesen. Duligs Ministerium hatte in einer umfangreichen Logistik-Studie einen Terminal für kombinierten Verkehr, also Bahn und Straße, am Standort Herlasgrün in einer Weise beschrieben, als sei schon alles geklärt. Daniela Hommel-Kreißl will nun von Dulig wissen, wie konkret die Pläne sind. In Herlasgrün werden aufgrund der topografischen Lage des Ortes vor allem Schallemissionen befürchtet.

Was ist dem Landratsamt zu den Plänen bekannt? Wie positioniert sich der Kreis gegenüber Dresden? Und welche Pläne verfolgt der Vogtlandkreis in Herlasgrün? Landrat Rolf Keil (CDU) hält sich bedeckt. Zu den vom Wirtschaftsministerium genannten Plänen äußert sich die Behörde gar nicht. Sie verweist auf 2017 vorgestellte Pläne für einen Industrie- und Gewerbestandort. "Nähere und weitergehende Planungen beinhaltet der derzeitige Stand nicht", lässt Keil mitteilen.

Unterdessen äußerte sich Daniela Hommel-Kreißl enttäuscht über die Vorgehensweise des Landratsamtes. Die Bürgermeisterin hatte Pläne für ein Gewerbegebiet mit Bahnanschluss unterstützt und bei Anwohnern um Verständnis geworben. "Die Herlasgrüner hatten Recht - ich hatte Unrecht", erklärte sie nun öffentlich. Jetzt befürchte sie Belastungen durch einen Container-Umschlagplatz und nur wenig Gewerbesteuereinnahmen für Pöhl.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...