Theater-Ehe: Kompromissvorschlag ausgehandelt

Die Unterhändler von Plauen und Zwickau haben sich auf eine Lösung für das Theater verständigt. Ob sie hält, ist aber noch nicht sicher.

Plauen/Zwickau.

Die Fraktionsvorsitzenden der Stadträte Plauen und Zwickau haben sich in einem gemeinsamen Gespräch mit den Oberbürgermeistern am Montagabend auf einen Kompromiss zur Verlängerung des Theater-Grundlagenvertrages geeinigt. Über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart. Zuerst sollen die Stadträte über Details der Einigung informiert werden, da sie dem Kompromiss zustimmen müssen, heißt es.

Informationen der "Freien Presse" zufolge haben sich die Gesprächsteilnehmer darauf geeinigt, nun doch die vollständige Auflösung der alten Haustarifverträge von Theater- Beschäftigten rückwirkend zum 1.Januar anzustreben. Die dafür aus dem Kulturpakt des Freistaates Sachsen zur Verfügung gestellten Mittel sollen voll in Anspruch genommen werden. Zudem habe die Zwickauer Seite "gleichberechtigte Mitspracherechte bei Strukturentscheidungen, Eintrittspreisen und Spielplan" zugesichert, heißt es aus Kreisen der Teilnehmer. Damit seien bisher auf Plauener Seite bestehende Zweifel an der künftigen Mitbestimmung ausgeräumt worden. Durch unter dem Strich notwendige Mehrausgaben für die gemeinsame Theatergesellschaft sinkt Plauens Finanzierungsanteil daran von bisher 40 auf 32,5 Prozent. Dem entsprechend geht ihr Einfluss in Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat zurück. In Bezug auf die Aufsichtsräte wurde offenbar auch ein Kompromiss gefunden: Das Gremium soll von zehn auf elf Sitze aufgestockt werden. Statt 7:3 könnte es damit künftig eine Sitzverteilung von sieben Zwickauer zu vier Plauener Aufsichtsräten geben, heißt es.

Gesprächsteilnehmer hoben die konstruktive und sachliche Atmosphäre der Verhandlungen hervor. CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt lobte die vorhandene Kompromissbereitschaft von Zwickauer Seite. Allerdings halte er es für "verfrüht, weißen Rauch aufsteigen zu lassen". Er habe starke, selbstbewusste Stadträte in seiner Fraktion, mit denen der Kompromissvorschlag jetzt zu besprechen sei. Claudia Hänsel, Fraktionschefin der Linken: "Die Zwickauer sind uns sehr entgegengekommen. Das, was unsere Befürchtungen waren, ist jetzt ausgeräumt." Auch SPD/Grüne-Fraktionschef Benjamin Zabel begrüßt den Kompromiss: "Uns war wichtig, dass es eine Lösung für die Beschäftigten und die Zuschauer gibt." Für die Zukunft wünscht sich seine Fraktion eine Entfristung des Grundlagenvertrages zum Theater mit Zwickau: "Damit nicht alle paar Jahre die Theater-Ehe gänzlich infrage gestellt werden kann", begründet Zabel. Auch an der seit 2015 erhobenen Forderung nach einer Strategiekommission zur langfristigen Finanzierung des Theaters unter Beteiligung des Landes, der Kulturräume, der Landkreise, der Gesellschafter und der Fördervereine will seine Fraktion festhalten.

Der Plauener Stadtrat soll nun zunächst dem bereits in Zwickau gefassten Beschluss beitreten, um die Kulturpaktmittel abrufen zu können. Verabredete Änderungen zum dann bis Ende 2022 gültigen Grundlagenvertrag sollen Ende Februar in Zwickau, Anfang März in Plauen beschlossen werden.

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