Vandalismus: Unternehmer lässt Vater und Sohn versichern

Thomas Haubenreißer ist Pate für eines der 15 Duos an der Bahnhofstraße. Um im Fall von Schäden gewappnet zu sein, geht er einen besonderen Weg.

Plauen.

Für die 15 Vater-und-Sohn-Paare, die seit Kurzem die Bahnhofstraße schmücken, sollte heute der letzte Akt folgen: Die bisher noch ungestalteten Figuren sollten Farbe bekommen. Anlässlich des Stadtfestes "Plauener Frühling" wollte Airbrush-Künstler Nico Roth aus Adorf dem bisherigen Grau des Paars den Garaus machen - und jeder sollte dabei zuschauen können: Von 10 bis etwa 16 Uhr wollte der Künstler im Bereich Bahnhofstraße/Ecke Krausenstraße planmäßig aktiv sein. Dann sollte die Figurenkette komplett sein, die sich von der Bahnhofstraße bis zur Jugendherberge "Alte Feuerwache" schlängelt (siehe Grafik). Doch daraus wurde nichts. Das Wetter machte dem Vorhaben einen Strich durch die Planung. Ein neuer Termin ist aber bereits gefunden. Am 28. Mai soll das Figuren-Duo dann endlich Farbe bekommen. 

Was zuletzt für Trübsal sorgte: Schon kurze Zeit, nachdem die Maskottchen ihre neuen Plätze fanden, machten sich Unbekannte daran zu schaffen. Mindestens vier Figuren wurden beschädigt, beschmiert und beklebt. Künstler Nico Roth macht das wütend. "Mit schwarzem Edding waren die zugange. Das ist kein Kinderstreich! Ich habe immer geglaubt, dass es einen Ehrenkodex unter Sprayern und Graffitikünstlern gibt", sagt der 34-Jährige.


Auch Thomas Haubenreißer hat wohl geahnt, dass etwas mit den Figuren in der City passieren könnte. Für sein Pärchen, es steht am Albertplatz, hat der Unternehmer einen vierstelligen Betrag bezahlt. "Ich dachte mir, dass eine eventuelle Reparatur kostenintensiv wird", sagt der Geschäftsführer der Firma Procentra. So weit aber wollte er es nicht kommen lassen - und hat die Maskottchen versichern lassen, noch bevor sie aufgestellt wurden.

Zuvor hatte der Unternehmer bei der Stadtverwaltung und bei der Cottbuser Event-Agentur Perfekt nachgefragt. Die Agentur hat den Innenstadt-Wettbewerb "Ab durch die Mitte" begleitet, in dessen Folge die Figuren aufgestellt wurden. Die Aussagen zum Thema Versicherung seien sehr unterschiedlich gewesen. Die Agentur teilte mit, dass die Figuren versichert seien, erinnert sich Haubenreißer. Laut Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger aber bestünde lediglich eine Haftpflichtversicherung. "Falls jemand zu Schaden kommt", hieß es.

Haubenreißer sei erstaunt gewesen über das Hin und Her und bohrte nach. Seines Wissens nach sei in einer Ausstellung der Aussteller im Regelfalle für die Exponate verantwortlich. Eine Antwort aus der Wirtschaftsförderung stehe bis zum heutigen Tag aus, so der Unternehmer.

Dass einige der Figuren bereits beschädigt wurden, hat Katharina Storm, Leiterin der Cottbuser Agentur, indes nicht überrascht. Sie hat Erfahrung mit sinnloser Beschädigungen an Kunstwerken: "Ich haben den Kunden vorher gesagt, dass bei Kleinteiligkeit Vorsicht geboten ist." Doch Vorwarnung hin oder her: Die Schäden müssen beseitigt werden. Wer macht das? Und wer zahlt? Bei der Stadtverwaltung ist man sich noch nicht sicher, wer für Reinigung und Reparatur aufkommt, so Wirtschaftsförderer Sorger. Er hoffe, dass die 30 Figuren in die Kunstversicherung der Stadt aufgenommen werden. Nachträglich sozusagen. Noch habe er keinen Bescheid von der Versicherungsgesellschaft.

Während Vater-und-Sohn-Pate Haubenreißer weiß, wohin er sich finanztechnisch wenden könnte, versuchen die von Vandalismus betroffenen Unternehmen teils aus eigener Kraft, den Original-Zustand herzustellen. Die Firma Maler Plauen etwa musste schon zum zweiten Mal ran. Auch das Helios-Krankenhaus will seine zerkratzte Figur wieder in Ordnung bringen. Laut Pressesprecherin Dorit Wehmeyer soll sie zeitnah repariert werden.

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