Warum die Pirker am 6. Juni an die Wahlurne treten müssen

Der Ortschaftsrat ist von vier auf nur noch zwei Mitglieder geschrumpft. Sachsens Gemeindeordnung lässt das nicht zu.

Pirk.

Erst die gute Nachricht: Jan-Niclas Schramm und Mario Anders machen weiter im Pirker Ortschaftsrat. Nur zu zweit dürfen sie dabei laut sächsischer Gemeindeordnung nicht bleiben. Deshalb wird es eine Ergänzungswahl geben: Am 6. Juni, so hat der Weischlitzer Gemeinderat am Montag beschlossen, sollen 100 Wahlberechtigte an die Urne treten.

Doch weshalb befindet sich das Örtchen am Fuß der imposanten Autobahnbrücke überhaupt derart in der Bredouille? Bereits zur letzten Kommunalwahl im Mai 2019 konnte sich der Ortschaftsrat mit Müh' und Not konstituieren. Der langjährige Ortschaftsratschef Gert Nürnberger war aus Altersgründen nicht mehr angetreten. Der Platz des Nachrückers blieb schon damals unbesetzt. "Ja, es hätte mehr Kandidaten geben können", räumt Nürnbergers Nachfolger Anders auf Nachfrage von "Freie Presse" ein.

Durch den Wegzug der bisherigen Ortschaftsrätin Sylvia Gierschick sei die Situation nun erneut ernst. Weischlitz' Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) wünscht sich für den Ortsteil, dass die Einwohner in sich gehen und im Juni ausreichend Bewerber zur Verfügung stehen. Weil das vor zwei Jahren nicht der Fall war, sei damals ein Zettel-Dilemma entstanden, so Raab: Wähler schrieben verschiedene Namen auf die Wahlzettel. So entstand ein hoher Aufwand: "Wir mussten die Meistgenannten anschreiben und fragen, ob sie die Wahl annehmen wollen", erklärt Raab. Er und die Gemeindevertreter wollen am Ortschaftsrat festhalten. Doch er sagt auch klar: "Wir benötigen nicht zwingend ein solches Gremium." Wenn keiner Verantwortung übernehmen wolle, müsse man es prinzipiell in Frage stellen.

Auch im nächsten Weischlitzer Amtsblatt, das im März erscheint, soll über die anstehende Wahl informiert und offiziell nach Kandidaten gesucht werden. "Gewählt wird auf jeden Fall, selbst wenn sich keine weiteren Bewerber melden", so Bürgermeister Raab. Dann gebe es eben wieder leere Zeilen zum Ausfüllen. Derweil beurteilt Ortschaftsratschef Anders die Lage positiver. Er setzt auf die Pirker.

Im Gemeinderat am Montag wurde auch der Wahlausschuss mit Vorsitz von Hauptamtsleiterin Antje Härtl benannt.

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