Weberhäuser am Limit: Verein setzt bei Museumsnacht aus

Bereits zum 14. Mal öffnen Ende Juni Plauener Kultureinrichtungen bis tief in die Nacht. Auf einen der Publikumsmagneten müssen die Besucher in diesem Jahr jedoch verzichten - vor allem aus einem Grund.

Plauen.

Das Hexenbuffet ist dicht umringt, in den Weberhäusern herrscht emsiges Treiben, die Kerzen scheinen, die Stühle in den stimmungsvoll erleuchteten Gärten sind voll besetzt: So oder ähnlich kennen die Plauener die Weberhäuser alljährlich zur Nacht der Museen. Das Kleinod am Mühlgraben ist eines der Highlights der Veranstaltung, viele Besucher lassen dort den Abend ausklingen. Umso überraschender erscheint diese Nachricht: Die Weberhäuser mischen in diesem Jahr bei der 14. Plauener Nacht der Museen nicht mit. Kerstin Rüffer, Chefin des Unikat-Vereins, der die Weberhäuser betreibt, erklärt den Grund, weshalb ihre Einrichtung dem Veranstaltungsmarathon fern bleibt: "Es liegt in erster Linie an unserer aktuellen Personalsituation, wir schaffen es zu dritt einfach nicht mehr. Unsere Leistungsgrenze ist absolut überschritten." Auch Margitta Schier, die Weberhaus-"Oberhexe", sagt: "Ich mache die Arbeit hier wirklich gern, doch so wie es ist, geht es nicht weiter." Im Februar wird sie 70 Jahre alt.

Auch die vielen Helfer seien am Limit. Etwa 2000 Besucher zur Museumsnacht in Empfang zu nehmen, gastronomisch zu versorgen und Führungen anzubieten - das sei einfach zu viel geworden. Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) informierte jetzt im Kulturausschuss des Stadtrates über die vorübergehende Museumsnacht-Pause an der ältesten Häuserzeile der Stadt. "Die Entscheidung bedauere ich sehr", sagte er. Auch die meisten der anwesenden Stadträte und sachkundigen Einwohner zeigten sich enttäuscht.

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Nächstes Jahr, so haben sich die Weberhaus-"Hexen" vorgenommen, wollen sie indes wieder mit im Boot sein bei der Museumsnacht - dann mit den gerade entstehenden neuen Handwerkerhäusern. "Voraussetzung für unsere Teilnahme ist natürlich, dass im nächsten Jahr die eigene Baustelle, bei der wir viel Eigenleistung einbringen, und der Ausbau der Hempelschen Fabrik vorangeschritten sind", sagt Kerstin Rüffer. Die aktuellen Abriss- und Sanierungsarbeiten bringen einige Einschränkungen für die "Hexen" am Mühlgraben mit sich.

Die Plauener Stadtverwaltung will am heutigen Dienstag über das Programm zur Museumsnacht informieren. 22 Einrichtungen sind nach Angaben von Steffen Zenner dabei. In gut zwei Wochen beginnt der Ticketvorverkauf - ab 27. Mai sind die Karten auch in den "Freie Presse"-Shops erhältlich.

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