Weinfest bietet stets Grund zum Lachen

Rathauselektriker Lutz Reinhardt brannten beim Weinfest in der ausverkauften Festhalle mal wieder die Sicherungen durch. Dieses Mal kam es allerdings auch zu Spannungen mit seinem Dienstherren, Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer.

Plauen.

Ein ausverkauftes Haus ist schon mal die halbe Miete für eine feuchtfröhliche Party, als die sich das Weinfest des Plauener Karnevalvereins Trogisten Vaschings Fergnügen (TVF) in der Festhalle fest etabliert hat. Am Samstag war es wieder soweit. Bereits eine Stunde vor Programmbeginn prosteten sich die Stammgäste der Veranstaltung im oberen Foyer der Festhalle in froher Erwartung auf den Abend in geselligen Runden zu. Kurz vor dem Einmarsch der Protagonisten in den Großen Saal schüttelte Plauens älteste Tanzlehrerin Rut Müller-Landauer viele Hände. Wie auch schon in den vergangenen Jahren brachte die 90-Jährige ihre Tanzgruppe Vergissmeinnicht zum Weinfest an den Start. Mit von der Partie waren auch die "Konfettis" vom Verein Vogtländischer Carnevalisten.

Es dauerte nicht lange und die Fete nahm Fahrt auf. Wie immer war das Publikum besonders auf den Auftritt von "Rathauselektriker" Lutz Reinhardt gespannt. Der 08/15-Handwerker mit der Lizenz zum Löten arbeitete sich dieses Mal vor allem an der millionenschweren Sanierung des Nord-West-Flügels des Plauener Rathauses ab. Das einzig Gute daran sei, dass nun mehr Touristen das Rathaus sehen wollten, so der Strippenzieher im grauen Arbeitskittel. Während der Führungen durchs Gebäude sorge die Glasfassade des Plenarsaals stets für Staunen, weil die Gäste eher an ein Frühbeet erinnert seien. "Ja, darunter gedeihen sogar Pflaumen", plauderte der geladene Elektriker aus dem Nähkästchen.

Beim Gedanken an die 50 Millionen Euro Extra-Fördermittel für die Plauener Südvorstadt brannten bei Reinhardt endgültig die Sicherungen durch: "Der Abriss hätte nicht die Hälfte gekostet", frotzelte er. Demnächst werde man den Plauener Stadtteil dafür wahrscheinlich selbst vom Weltraum aus sehen können. Dagegen sei es im Rathaus zappenduster. Einzig der Knopf der Kaffeemaschine leuchte immer: "Wenn Besucher der Reisebusse ins Foyer schnüffeln, denken sie, es ist eine Kaffeefahrt."

Damit reichte es dem obersten Dienstherren der Spitzenstadt. Erstmals in seiner Amtszeit stürmte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) die TVF-Bühne. Falls der Umbau nicht rechtzeitig fertig wird, könne sich sein Elektriker auf einige Spannungsspitzen im Dienstverhältnis gefasst machen, kündigte der OB an. "Da bekommt er einen verwischt", drohte der Rathauschef. Der Saal tobte. Das Ganze war natürlich abgesprochen.

Als dann das TVF-Showballett im Stil der "Blues Brothers" über die Bühne fegte, konnten es auch die Gäste an den Tischen kaum erwarten, selbst das Tanzbein zu schwingen. Den Sound lieferte die Karo- Partyband aus dem oberen Vogtland. Im Foyer servierte wie gewohnt DJ Gerd Schremmer Hits aus den vergangenen Jahrzehnten. Der staatlich geprüfte Schallplatten-Unterhalter legt für seinen Verein schon 40 Jahre auf.

Am 25. April nächsten Jahres lädt der TVF an gleicher Stelle zum Starkbierfest ein. Der Kartenvorverkauf dafür hat begonnen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...