Zwei Sieger dürfen nicht in den neuen Kreistag

Endgültiges Wahlergebnis bestätigt - D'Hondt zeigt seine Tücken

Plauen.

Paukenschlag bei der Sitzung des Kreiswahlausschusses am späten Mittwochnachmittag im Plauener Landratsamt: Zwei Wahlsieger verloren ihr Mandat wieder, während zwei vermeintlich knapp Unterlegene nun in den Kreistag einziehen dürfen. Nach Korrekturen der Wahlergebnisse, die sich eher im Promillebereich bewegt haben, verlor die Plauener Linke Agnes Descher (Wahlkreis 12) ihr Mandat an ihre Genossin Uta Seidel (Wahlkreis 10). Ebenso traf es den AfD-Bewerber Rico Weller (Wahlkreis 8), der nun für seine AfD-Parteifreundin Jeannine Rockser (Wahlkreis 2) Platz machen muss. Kreiswahlleiterin Cornelia Panzert: "So etwas hatten wir noch nie."

Die Ursachen der doppelten Rochade liegen in Fehlern beim Auszählen und Übertragen der ausgezählten Stimmen begründet und in den Tücken des d'Hondtschen Verfahrens, das nach einem komplizierten Schlüssel Wählerstimmen in Abgeordnetenmandate umrechnet. Und wie: Agnes Descher hatte 1652 Stimmen für die Linke geholt, Uta Seidel 1010. Auch Tilman Matheja fuhr mit 1470 Stimmen ein deutlich besseres Ergebnis für die AfD ein als Jeannine Rockser (1150).


Einfluss auf die Sitzverteilung im Kreistag hat all das jedoch ebenso wenig wie 2015 nicht richtig in die Listen übertragene Stimmen. Der Kreiswahlausschuss stimmte über 36 interpretierbare Stimmzettel in einem langwierigen Prozedere einzeln ab und bestätigte das endgültige Wahlergebnis. Panzert und ihre Mitarbeiter hatten mehr als 50 Aktenordner auf sechs Tische gestellt und wurden für die akribische Arbeit vom Ausschuss gelobt. (ur)

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