Anlaufstelle läuft langsam an

Das neue Integrationsberatungsbüro in der Zwickauer Hauptstraße soll gleich mehrere Probleme auf einmal lösen.

Zwickau.

In dem Moment, in dem Asylbewerber als Flüchtlinge anerkannt werden, verlieren sie mit dem Auszug aus den Wohnprojekten in der Regel auch die damit verbundene engmaschige soziale Betreuung. Dann, so schildert es Ulrike Lehmann, fühlen sich Betroffene oft überfordert. Die Ausländerbeauftragte der Stadt Zwickau erläutert: "Die zuständige Behörde wechselt, es sind nicht mehr die Sozialämter zuständig, sondern die Arbeitsämter, die Ansprechpartner sind andere, die Formulare und Abläufe auch." An dieser Stelle kommt die neue Integrationsberatungsstelle ins Spiel, die seit Dienstag erstmals in Vollbesetzung arbeitet. Der Auftrag geht aber darüber hinaus.

Die drei Mitarbeiterinnen sollen Abläufe einfacher machen und andere Stellen entlasten. Der Bedarf sei da. "Bei meiner Sprechstunde stand im Rathaus oft der ganze Flur voll", sagt Ulrike Lehmann. "Da gab es Wartezeiten von mehr als einer Stunde." Das neue Integrationsbüro befindet sich dagegen in der Hauptstraße 56. Die Räume im Erdgeschoss wurden von der Gebäude- und Grundstückswirtschaft Zwickau angemietet. Gerade nicht im Rathaus, sondern hier soll ein Begegnungs- und Hilfezentrum entstehen, "da wo tagtäglich das Leben passiert", so Lehmann. Man würde gerne netzwerken. "Und nebenbei bringen wir vielleicht auch etwas mehr Leben in die Hauptstraße."


Nur herumgesprochen hat sich das Angebot noch nicht überall. Die Ratsuchenden haben den Sozialarbeitern bisher nicht die Türen eingerannt. "Das Büro gibt es ja erst seit Kurzem", sagt die Pressesprecherin des Landkreises Zwickau Ilona Schilk. "Wir hoffen, dass auch die Medien dazu beitragen, dass es bekannter wird."

Das Projekt wird gemeinsam von Stadt und Landkreis getragen. Das liege an der komplizierten Fördermittelkulisse, sagt der Integrationskoordinator des Landkreises Matthias Resche. Gemeinsam mit Gemeinden oder gemeinnützigen Trägern unterhält der Kreis weitere sechs Beratungsstellen in Limbach-Oberfrohna, Wilkau-Haßlau, Glauchau, Werdau, Hohenstein-Ernstthal und Crimmitschau, eine weitere in Kirchberg ist geplant.

Neben anerkannten Asylberechtigten hilft das Büro auch sämtlichen Migranten, Drittstaatenangehörigen, EU-Bürgern sowie Einheimischen bei Fragen zur Integration. Die Finanzierung ist zunächst nur bis Jahresende gesichert. Ulrike Lehmann geht von einer Verlängerung aus: "Es müssten eigentlich alle wissen, dass solche Projekte nicht auf sieben Monate zu schaffen sind."

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