Kein Geld: Neuer Park wird abgespeckt

Zwischen Reichenbacher Straße und Bachstraße wird vorerst nur ein Spielplatz entstehen. Der Klimaschutzgarten und der Klimapavillon fallen dem Rotstift zum Opfer.

Zwickau.

Die Bagger, die sich derzeit auf dem Areal zwischen Reichenbacher Straße und Bachstraße in Zwickau, direkt hinter dem Penny-Markt in die Erde graben, haben die Aufmerksamkeit von Passanten und Anwohnern auf sich gezogen. Auch am Lesertelefon der "Freien Presse" wurde bereits nachgefragt, was denn dort gebaut werde.

Das 5000 Quadratmeter große Areal, das bis zum Busabstellplatz am Bahnhof reicht, soll im Rahmen der Umgestaltung der Bahnhofsvorstadt zu einer "attraktiven und abwechslungsreichen Freifläche mit einem möglichst breit gefächerten Angebot für jedermann" ausgebaut werden. So jedenfalls hat es der Bauausschuss des Zwickauer Stadtrates Anfang 2017 beschlossen.


Eigentlich sollte noch im gleichen Jahr mit dem Bau einer Spiel- und Freizeitlandschaft, der Schaffung von Erholungs-, Bewegungs- und Naturerlebnissen, der Anlage eines Klimaschutzgartens und der Errichtung eines Klimapavillons begonnen werden. Doch schon kurz nach der Entscheidung wurde es still um die Pläne. Offenbar wurden nur die Mitglieder des Bauausschusses hinter verschlossenen Türen darüber informiert, dass sich der Baubeginn verzögert und wegen des komplizierten Untergrundes für alle geplanten Projekte das Geld ohnehin nicht reicht.

Insgesamt sollen 914.000 Euro in die Maßnahme investiert werden, allein 126.500 Euro kosten die Planungen. 80 Prozent der Kosten für den eigentlichen Bau fließen als Fördermittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (Efre) an die Stadtkasse zurück. Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses bestätigte auf Anfrage von "Freie Presse": "Während des Planungsprozesses hat sich herausgestellt, dass aufgrund des sehr inhomogenen Baugrundes nicht alle Einzelmaßnahmen mit den veranschlagten Kosten umgesetzt werden können", sagte sie. Das Projekt wurde daraufhin abgespeckt und die Priorität auf im Beschluss benannte Kernpunkte beschränkt. Vorerst soll demnach nur die Spiel- und Freizeitlandschaft entstehen. "Durchgeführt werden auch Entsiegelungs- und Erschließungsmaßnahmen sowie die Ergänzung des Gehölzbestandes", sagte Reinke. Ob und wann die anderen Vorhaben umgesetzt werden, dazu wollte sich niemand äußern.

Jetzt sei die Gesamtmaßnahme auf drei Jahre verteilt worden, heißt es aus dem Rathaus. In diesem Jahr sind die Freimachung des Baufeldes und die Entsorgung des Bodens geplant. Zudem sollen Gelände- und Wegebauarbeiten erfolgen. "Die wesentlichen Bauarbeiten, wie der Bau des Spielplatzes, sollen bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein", sagte Heike Reinke. Bis dahin sollen auch die Bäume und Sträucher gepflanzt sein. Fertig werden soll das gekürzte Bauvorhaben voraussichtlich Ende 2020. Im Jahr 2021 sind demnach bestenfalls noch Restarbeiten vorgesehen.

Jetzt sollen auch die Bürger in die Planungen mit einbezogen werden. Das allerdings war bereits in der ersten Beschlussvorlage aus dem Jahr 2017 festgeschrieben. Jetzt will die Stadt ihre Zusage einlösen. Ein Aufruf zur Bürgerbeteiligung soll demnach im Pulsschlag am 21. August veröffentlicht werden.

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