Ortsvorsteherin will Blutspende ins Dorf holen

Die letzte Blutspendeaktion in Blankenhain fand im Dezember statt. Jetzt soll sie wiederbelebt werden. Dafür werden mindestens 40 Mitstreiter gesucht.

Blankenhain.

Ulrike Voigt (51) hat sich eine Aufgabe zum Ziel gestellt. Die Ortsvorsteherin will die Blutspendeaktion in Blankenhain wiederbeleben und startete dazu einen Aufruf im Dorf. Zum letzten Mal war der DRK-Blutspendedienst aus Plauen im Dezember vergangenen Jahres im Dorf zu Gast. Seitdem ist Schluss. "Es kamen einfach zu wenig Leute, um das Angebot aufrecht halten zu können. Wir benötigen mindestens 40 Teilnehmer, damit sich der ganze Aufwand auch lohnt. Deshalb haben wir den Termin nach Crimmitschau verlegt", begründet Antje Dombrowski, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Blutspendedienst in Plauen, die Entscheidung. "Sollte sich die Situation ändern, kommen wir gern nach Blankenhain zurück", sagt Dombrowski weiter.

Jetzt soll auf Initiative des Ortschaftsrates in Absprache mit dem DRK ein Neustart versucht werden: Am 26. Mai kommt um 15 Uhr der Blutspendedienst wieder in das Agrarunternehmen. "Das ist für uns wichtig. Die Veranstaltung gehört zum kulturellen Leben im Ort. Man trifft sich nicht nur zur Blutspende und leistet dabei ein gutes Werk, sondern pflegt dabei auch die sozialen Kontakte. So viele Möglichkeiten dazu gibt es nicht bei uns im Dorf", sagt Ulrike Voigt. Sie hofft, dass am 26. Mai auch genügend Einwohner das Angebot annehmen.

Das Ganze hat jedoch einen Haken: Aufgrund der aktuellen Situation ist die Bereitschaft zur Blutspende momentan sehr hoch, sodass auch etliche Spender aus dem Dorf Termine in anderen Orten wahrnehmen. Dadurch gerät das Vorhaben im Ort in Gefahr und könnte sich ganz schnell wieder erledigt haben, so befürchtet Voigt. Das Problem: Erklärt sich jemand zur Blutspende bereit, müssen mindestens 56 Tage vergehen, bis derjenige erneut als Spender infrage kommt. Das sind knapp zwei Monate. Für Ulrike Voigt, selbst langjährige Blutspenderin, zählt jede Spende, egal wo sie geleistet wird. Sie möchte auch keineswegs als egoistisch gelten und appelliert deshalb an die Einwohner im Ort, die bisher noch nicht zu einer Blutspende waren, das Angebot am 26. Mai im Dorf zu nutzen. Ihre Gedanken gehen noch weiter. "Nicht nur in Zeiten von Corona wird jede Blutspende benötigt, sondern auch danach."


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