Sport und Spaß unter einem Dach

Ein neuer Eigenbetrieb kümmert sich ab Juli um die Sportstätten und die Bäder der Stadt. Für Misstöne sorgte lediglich die neue Benutzungsordnung.

Zwickau.

Sport dient - in der Regel - der Gesundheit. So gesehen sollte man es für eine Selbstverständlichkeit halten, dass Rauchen oder Alkoholgenuss in Sportstätten nicht gern gesehen sind. Doch genau darüber entspann sich während der Sitzung des Zwickauer Stadtrates am Donnerstag eine längere Diskussion. Die Errichtung eines neuen Eigenbetriebes, der sich um die Sportstätten und die Bäder kümmert war zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen. Es war die Benutzungsordnung für sämtliche betreuten Anlagen, die auf der Kippe stand.

Wo bisher für jede Turnhalle, jedes Bad eine eigene Hausordnung galt, die wahrscheinlich kaum jemand gelesen hat, legte die Verwaltung den Räten nun eine allgemeingültige Nutzungsordnung vor. Darin heißt es nun im Paragraf 6 unter anderem: "In den Sport- und Bäderanlagen der Stadt Zwickau ist es verboten: a) zu rauchen, b) Alkohol zu konsumieren". Auch andere Drogen sind verboten, ebenso das Verteilen von Werbebotschaften, aber darüber diskutierten die Räte nicht. Carsten Schick (FDP) fragte, ob das Rauchverbot in Freibädern durchsetzbar sei - worauf Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Linke) in seiner Eigenschaft als Raucher nicht antworten wollte. Auch Gerald Otto (CDU) warnte: "Wenn ich die Raucher nicht zum Zuge kommen lasse, verliere ich die auch als Kunden." Schließlich fragte Andreas Wolf (AfD), ob er jetzt in der Sauna im Johannisbad kein Weißbier mehr trinken dürfe. Die gute Nachricht: Er darf. Denn die Verbote gelten für die Bäder als solches, nicht für die Gastronomiebereiche.


Zurück zum Sport. Sämtliche Sporteinrichtungen, die nicht in erster Linie von Schulen genutzt werden, stehen ab dem 1. Juli unter der Obhut des neuen Eigenbetriebes. Auch die bisherigen Bäderbetriebe werden in das Unternehmen eingegliedert. Dazu kommen das Freibad Crossen und zum 1. Januar 2021 auch das 04-Bad in Pölbitz. Insgesamt soll der Betrieb rund 70 Mitarbeiter bekommen. Ziel ist laut Meyer eine Angleichung der Löhne für das Personal der bisherigen Bäder GmbH auf Stadtverwaltungsniveau, das hatte der Stadtrat bereits vorher beschlossen. Meyer sagte, das kostet rund 300.000 Euro, sei aber eine gute Entscheidung gewesen. Vor einem halben Jahr habe man Angst gehabt, die Bäder im Sommer nicht öffnen zu können. "Uns sind massenhaft gute Leute weggelaufen."

Mit Kosten in Höhe von mehr als 9 Millionen Euro jährlich rechnet die Stadt für den neuen Sportstättenbetrieb. Die Stelle des Betriebsleiters soll kurzfristig öffentlich ausgeschrieben werden. Steht das neue Konstrukt, werden Entscheidungen je nach ihrer finanziellen Tragweite von unterschiedlichen Gremien getroffen - entweder vom Betriebsleiter, vom Finanzausschuss oder vom gesamten Stadtrat. Das funktioniert beim Robert-Schumann-Konservatorium ebenso. Weiter hat der Stadtrat eine neue Entgeltordnung für die Sport- und Bäderanlagen beschlossen. Meyer versprach: "Es wird zu keiner Erhöhung der Eintrittspreise kommen." Zur Stadt gehören derzeit zwölf Sportstätten, zwei Kegelbahnen, 16 Schulturnhallen und drei Bäder. Zwei Freibäder folgen noch.

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