Sportareal am Erlenbad: Mit oder ohne Eisbahn?

Nahe des neuen Ubineums will die Stadt das Freizeitgelände ausbauen. Doch Kufenspaß dort anzubieten, könnte zum Problem werden.

Zwickau.

Die Stadt Zwickau will das Gelände am ehemaligen Erlenbad als Fun-Park weiter ausbauen und das Freizeitangebot speziell für Kinder und Jugendliche erweitern. Nachdem entlang des Mulderad- weges bereits eine professionelle Skateboard- und BMX-Anlage sowie eine Dirtbikestrecke etabliert worden sind, soll jetzt das 3,5 Hektar große Areal um das Gelände der ehemaligen "Perle" und des Kletterwaldes ergänzt werden. "Wir wollen so schnell wie möglich die alten Holzbauten abreißen und das Gelände vom Müll befreien", sagte der Leiter des Garten- und Friedhofsamtes Jörg Voigtsberger im Finanzausschuss.

Geplant ist unter anderem auch der Bau eines Funktionsgebäudes mit Umkleideräumen, Waschgelegenheiten, Toiletten sowie Lagerräumen. "So etwas fehlt dort bisher völlig", sagte Voigtsberger. Das Sport-angebot soll vor allem im Sommer auf Ballsportarten aller Art ausgeweitet werden - Wettbewerbe und Turniere inklusive. Dazu ist am nördlichen Teil des Platzes eine Multifunktionsfläche vorgesehen. Bei der geplanten ganzjährigen Nutzung könnte auch die Eisbahn, die im vergangenen Winter auf den Platz der Völkerfreundschaft umziehen musste, wieder an ihren ursprünglichen Standort zurückkehren. Theoretisch zumindest. Praktisch stehen der Umsetzung allerdings die benötigten Fördermittel im Weg, denn die schließen eine kommerzielle Nutzung der Fläche aus. Das führte im Ausschuss zu heftigen Diskussionen und beinahe zu einer Vertagung des Beschlusses. Einzige Alternative: Die Eisbahn wird ohne Eintritt oder von einem gemeinnützigen Verein betrieben.

Matthias Krauß, einer der aktuellen Betreiber des Kufenspaßes, zeigte sich von der Standortfrage überrascht. "Wir planen derzeit die nächste Saison", sagte er. Entscheidungen dazu seien allerdings noch nicht gefallen. Auf dem Platz der Völkerfreundschaft konnte die Eisbahn zuletzt war deutlich mehr Besucher verbuchen - dennoch mussten die Betreiber draufzahlen. Krauß kündigte daraufhin an, einen neuen Standort zu suchen.

Für den ursprünglichen Pächter und Erfinder der Zwickauer Eisbahn, Michael Bleck, ist das Kapitel Erlenbad indes komplett abgeschlossen. Er hatte die "Perle am Muldestrand" und den Kletterwald vor Jahren aus der Taufe gehoben. Er zeigte sich enttäuscht, dass er das Vorhaben nach der Kündigung des Vertrages durch die Stadt nicht weiterführen kann. Bereits seit Längerem hatte er die fehlende Unterstützung aus dem Rathaus bemängelt. Jetzt bricht Bleck seine Zelte in der Muldestadt komplett ab. "Ich werde mich auf mein Sommercamp in Frankreich konzentrieren." Derzeit verhandelt er mit der Verwaltung über die Auflösung von "Perle" und Kletterwald.

In die Umgestaltung des Geländes sollen insgesamt 550.000 Euro investiert werden. Allerdings bemängelten einige Stadträte, dass trotz der Planung neuer Wege keine Beleuchtung vorgesehen ist. "Es ist dort extrem dunkel", sagte CDU-Stadträtin Christiane Drechsel. Auf den Kompromiss, zunächst abzuwarten, ob die Beleuchtung des benachbarten Ubineums ausreicht, das Gelände zu beleuchten, wollte sich lieber niemand einlassen. Stattdessen wurde der Sportgelände- Beschluss ergänzt: Die Verwaltung soll die Beleuchtung gleich mit einplanen und die Kosten im Haushalt 2018 berücksichtigen.

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