A 72: Spediteur fordert Überholverbot

Behörde bremst weitere Einschränkungen für Lastwagen auf der Autobahn aus

Plauen/Oberlosa.

Die Forderung nach einem Überholverbot für Lkw auf der A 72 kommt jetzt von einem führenden Kopf eines der größten Speditionsunternehmen der Region: Lothar Günnel, geschäftsführender Gesellschafter der Weck und Poller Holding, will seinen Vorstoß in den Verkehrsausschuss der Stadt Zwickau einbringen, der das nächste Mal am 1. Oktober zusammenkommt. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Überholverbot nur für einige Abschnitte gilt und zeitlich begrenzt ist", sagt Günnel, der zum Jahreswechsel sein Mandat als Geschäftsführer an die nächste Generation abgab. Nach seiner Einschätzung habe der Verkehr auf der Trasse "massiv" zugenommen. "Auf solch stark befahrenen Strecken, die nur zweispurig sind, sollte für Laster komplett Überholverbot verhängt werden. Die minutenlangen Elefantenrennen sind doch kein Zustand." 350 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark von Weck und Poller mit Stammsitz in Zwickau, unter anderem unterhält die Firma Niederlassungen in Ellefeld und Neuensalz.

Im Bereich des Vogtlandes hat der Schwerverkehr in den vergangenen fünf Jahren um ein Viertel zugenommen. Das ergab die Auswertung von Daten der Zählstellen in Gospersgrün und Heinersgrün. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ließ im Frühjahr an zwei Abschnitten im Vogtland Schilder mit Lkw-Überholverbot aufstellen, zwischen Treuen und Reichenbach sowie zwischen Reichenbach und der Anschlussstelle Zwickau-West. Das Überholverbot gilt aber nur donnerstags und freitags von 14 bis 20 Uhr. Isabel Siebert, Bürgerbeauftragte in der Behörde, bremst Forderungen nach der Ausweitung von solchen Zonen ein. "Man sollte dabei bedenken, dass die Autobahn ausdrücklich für den Schwerverkehr gewidmet ist", sagte sie auf Nachfrage. "Da gehören die Laster hin." Die Erfahrung habe gelehrt, dass sich Überholvorgänge durch ein solches Verbot nur an andere Stellen verschieben. (nij)

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