Auf Suche nach Geschichten

Ein Mülsener Künstler veröffentlicht zweites Buch. Eine sportliche Stadtchefin soll sich nun in Kunst versuchen. Ein Puppenspieler macht seine Sache toll.

Swen Kaatz (46), Geschichtenschnitzer aus Mülsen, nimmt die Besucher der Leipziger Buchmesse ab Donnerstag mit auf eine Reise von Kaffa in Äthiopien über Istanbul und Wien bis nach Sachsen. In seinem zweiten Buch "Der Geist des Kaffees - Wie der Kaffee nach Sachsen kam" erzählt der Zwerg Miriquidi in der Werkstatt des Schnitzers, wo das "Schälchn Heeßer" eigentlich herkommt. In seinem neuen Historienmärchen verbindet Swen Kaatz regionale Geschichte mit einer fantastischen Erzählung und einem Hauch Philosophie. "Durch meine Arbeit als freier Künstler komme ich viel im Erzgebirge herum. Meine Geschichte(n)suche führt mich oft in die Vergangenheit und macht mir immer wieder aufs Neue bewusst, wie sich Kulturen seit eh und je gegenseitig beeinflusst haben und das bis heute tun", sagt Swen Kaatz. "Der Geist des Kaffees" ist nach der Erzählung "Das blaue Glas" von 2014 das zweite Buch des Mülsener Künstlers in Zusammenarbeit mit der Zwickauer Journalistin Claudia Drescher. Dieses Mal erscheint das Buch im Eigenverlag. "Nach Leipzig nehmen wir zunächst eine auf 100 Stück limitierte Messeedition mit", so Kaatz. Der hölzerne und mit einem Ornament versehene Bucheinband ist dabei ebenso Handarbeit wie der Inhalt auf 60 Seiten. Auf der Leipziger Buchmesse sind Swen Kaatz und Claudia Drescher täglich von 10 bis 18 Uhr an Stand D304 in Halle 5 anzutreffen. Eine etwas andere Lesung mit Geschichtenschnitzer Swen Kaatz erwartet die Messebesucher am Freitag ab 11.30 Uhr auf der Leseinsel Autorengemeinschaftspräsentation Halle 5, Stand D302, sagte Claudia Drescher. (ja)

Frank Richter (57), Theologe, trat am Sonnabend als Gastredner der Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen auf. Das 38-köpfige Gremium, das diesmal in der Zwickauer Pfarrei Heilige Familie tagte, ist die offiziell gewählte und vom Bischof anerkannte Kirchenlaien-Vertretung der Katholiken in Sachsen und Ostthüringen. Frank Richter, der früher selbst katholischer Priester war und später zum evangelischen Christen konvertierte, war von 2009 bis 2017 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Seither ist er Geschäftsführer der Stiftung Dresdner Frauenkirche. Am Sonnabend referierte er zum Thema "Der Frieden ist (und bleibt) das Werk der Gerechtigkeit". Inhaltlich passte das zum Leitwort des anstehenden Katholikentages in Münster: "Suche Frieden". Richter ging in seinen Ausführungen auch auf die besondere Rolle der Kirche ein. "Frieden ist nie eine Garantie, sondern in der Menschheitsgeschichte eher ein Glücksumstand. Da sie eine größere Wahrheit kennt als die Wahrheit der Menschen, ist die Kirche bestens geeignet, Menschen zusammenzuführen", sagte Frank Richter. (awo)

Pia Findeiß (62, SPD), Zwickaus Oberbürgermeisterin, ist eine Sportskanone. Mit der künstlerischen Gestaltung eines 18 mal 18 Zentimeter großen Dias tut sie sich allerdings schwer. Vergangene Woche erfuhr sie, dass sie im Rahmen des Zwickauer Lichtfestivals in der ersten Maiwoche die Erste sein darf, die ein solches Dia bemalt. Das trockne fix und könne kurz darauf auf das Dünnebierhaus projiziert und fotografiert werden. Dieses Angebot ist als Einladung für alle Zwickauer gedacht, praktisch selbst als Künstler beim Lichtfestival aufzutreten. Die Chefin der veranstaltenden Agentur versprach aus Erfahrungen in anderen Städten: "Da entstehen Bilder, die gehen um die Welt und bleiben für immer." Pia Findeiß schluckte schwer, als sie das hörte. Ein Sprung ins kalte Wasser, wie bei der Eröffnung der Glück-auf-Schwimmhalle 2013, wäre der Diplomsportlehrerin sicher lieber gewesen. Stattdessen bot sie an, bei den "Wächtern der Zeit" mitzumachen, die in der 900-Jahr-Festwoche eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlagen sollen - fünf in rote Mäntel gekleidete Figuren, die täglich an wechselnden Orten stehen. Die Oberbürgermeisterin erfuhr allerdings, dass das nicht gehe. Die zwei Meter hohen Gesellen sind eine Installation des Österreichers Manfred Kielnhofer. (upa)

Silvio Teubert (56) und der zwei Jahre jüngere Ralf Oertel, beide Mitglieder im Förderverein "Historisches Weißbach", haben auch am Wochenende wieder einige Stunden ihrer Freizeit geopfert, um den Innenausbau des Geyerhauses in Weißbach voranzutreiben. "Im Außenbereich können wir in Moment noch nichts weiter machen, deshalb konzentrieren wir uns auf den Innenausbau. Die Sanitärbereiche sind gefliest, die Wandheizung im Obergeschoss ist weitestgehend angebracht, und auch der Deckeneinbau in der Bohlenstube hat begonnen. Wir sind jetzt dabei, Fußbodendämmung und Dielung im Dach- geschoss zu verlegen", sagte Teubert. Sobald es die Temperaturen zulassen, soll dann mit den Putzarbeiten im Haus begonnen werden. Äußerlich erinnert schon jetzt kaum noch etwas daran, dass das Geyerhaus noch vor wenigen Jahren einer Ruine glich, die trotz Denkmalschutzes wohl früher oder später hätte abgerissen werden müssen. Dem Engagement der Mitglieder des Fördervereines ist es zu verdanken, dass es nicht dazu kam. 2011 hatte der Verein das Haus den Vorbesitzern mit dem Ziel abgekauft, den Baukörper wieder so herzurichten, wie er bis 1932 bestand. Das exakte Alter des Hauses ist zwar nicht bekannt, aber ein Gutachten hat ergeben, dass das verwendete Bauholz zwischen 1698 und 1703 geschlagen wurde. (awo)

Heinrich Schulze (73), einer der bekanntesten Puppenspieler der Region, der 27 Jahre lang - von 1982 bis Ende 2009 - maßgeblich das Profil der Zwickauer Puppenbühne prägte und von Generationen von Zwickauern liebevoll Puppen-Schulze genannt wird, gehörte am Samstag zum Premierenpublikum des Puppenspiels "Das kleine Ich bin ich". Nach der Vorstellung zollte er persönlich seine Hochachtung dem 29-jährigen polnischen Puppenspieler Konrad Bruno Till, der das Solostück innerhalb von nur vier Tagen für den erkrankten Kollegen übernommen hatte und dabei nicht nur den kompletten Text in Versform von Mira Lobe auswendig gelernt, sondern eine bravouröse Leistung als Puppenspieler ablieferte. (lth)

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