Christen für eine Nacht vereint

900 Jahre Zwickau Ein Großteil der Gotteshäuser in der Stadt öffnet am 4. Mai seine Türen. Es ist eine Premiere, mit der die Gläubigen Raum für neue Begegnungen schaffen wollen.

Zwickau.

Das hat es bisher noch nicht gegeben: 19 Gotteshäuser der Stadt Zwickau laden am 4. Mai unabhängig von der Konfession gemeinsam zur ersten Nacht der offenen Kirchen in Zwickau ein. Wie der evangelische Superintendent Harald Pepel gestern erklärte, ist das ein Angebot der Christen zur 900-Jahrfeier der Stadt. "Die erste urkundliche Erwähnung ist ja schließlich auch ein christliches Dokument", sagte Pepel.

Ab 18 Uhr bis Mitternacht wird es vom nördlichen Mosel bis zum südlichen Oberplanitz mehr als 60Angebote geben: Musik und Schauspiel, Lesungen und Turmführungen, Wissenswertes über die Architektur der Gotteshäuser, Märchenstunden. "Wir hoffen, dass Menschen die Kirche neu entdecken", so der Superintendent. Daher habe man das Programm auch unter das Motto "Entdecken und Begegnen" gestellt.

Was passiert, wenn in der einzigen Jugendstilkirche der Stadt die "Bewohner" aus Stein, Glas oder von der Leinwand herabsteigen und über sich erzählen? Wie klingen Texte der Bibel in persischer Sprache? Kann man mit Sand malen? Wie sieht Zwickau bei Nacht von oben aus? Auf diese und weitere Fragen finden Besucher in dieser Nacht Antwort. Pepel wagt nicht zu schätzen, wie viele Personen für Erlebnisse bei den Besuchern sorgen wollen. "Wir haben 10.000 Gemeindemitglieder, manche gestalten das Programm, andere arbeiten im Hintergrund." Laut Markus Böhme, Dekan der katholischen Kirche in Zwickau, ist für die erste dieser Nächte ein eigenes Logo entworfen worden, was nicht ausschließt, dass weitere folgen. Die beiden Kirchenvorstände denken dabei an das Jahr 2020, in dem Zwickau zentraler Austragungsort der 4. sächsischen Landesausstellung werden soll.

Was detailliert am 4. Mai passiert, ist in einem 24Seiten starken Heftchen aufgelistet - vor allem auch, wie man mit welchem Verkehrsmittel zu den einzelnen Gotteshäusern gelangt. Für die etwas abgelegenen Kirchen in Planitz, Mosel und Crossen soll zudem halbstündlich ein Shuttle eingesetzt werden. Zum Abschluss der Festwoche der Stadt, die vom 1. bis 6.Mai dauert, gibt es im Dom St. Marien einen Ökumenischen Gottesdienst mit Landesbischof Carsten Rentzing. Parallel dazu findet in der Aula der Westsächsischen Hochschule ein Kindergottesdienst statt.

Am 1. Mai 1118 weihte Bischof Dietrich I. von Naumburg eine von Bertha von Groitzsch gestiftete Marienkirche in der Siedlung Osterweih. In der Urkunde wird die Region erstmals als 'territorio Zcwikaw' bezeichnet - der 900 Jahre alte früheste schriftliche Nachweis.


Einige Programmpunkte

Architektur: In der Crossener Kirche "Maria zur Weiden" gibt es 19 Uhr eine Führung mit Details aus der Kirchenchronik und eineTour zum Glockenstuhl. 19 und 20 Uhr bietet die Lutherkirche Turmführungen an. Im Dom werden um 19, 20 und 22 Uhr Figuren der Reformation (Nordseite) lebendig. In der Matthäuskirche gibt es 18, 21, 22 und 23 Uhr Informationen zur Architektur, in der Versöhnungskirche 18 und 20 Uhr. 18 Uhr geht es in der Nepomuk-Kirche um die Geschichte des neoromanischen Gotteshauses, das zweimal schwer vom Hochwasser getroffen wurde.

Musik: Gospelmusik erklingt 18 Uhr in der Crossener Kirche. Flötistin Anne Langhoff und Organistin Anne-Doreen Reinhold laden 18 Uhr in die Moritzkirche ein. In der Parkstraße neben der Christengemeinde Elim erklingen ab 18 Uhr am offenen Feuer Lieder zur Gitarre. Die Bigband des Peter-Breuer-Gymnasiums spielt mit der Kirchenband in der der Pauluskirche Jazz und Kirchenlieder. In der Bockwaer Matthäuskirche gibt es 19.30 Uhr ein Konzert mit Saitenspiel, der Folkband des Schumannkonservatoriums. Zum öffentlichen Singen lädt die Friedenskirche um 18 Uhr ein. 20 und 22 Uhr erklingt Orgelmusik in der Katharinenkirche. (upa)

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