Neuer Stadtführer geht in Druck

900 Jahre Zwickau: Ein Jahr lang hat der gebürtige Zwickauer Christian Adler am Buch über seine Lieblingsstadt gearbeitet. Herausgekommen ist eine informative, pfiffige und unterhaltsame Lektüre.

Zwickau.

Vergessen Sie alte Stadtführer! Der, der in gut zwei Wochen in den Freie-Presse-Shops zu kaufen sein wird, ist etwas völlig Neues. Auf 240 Seiten findet der Leser darin Fakten und Unterhaltung. Zusammengetragen und aufgestöbert hat all die Informationen der 39-jährige Journalist Christian Adler. Sein Buch soll Auswärtigen Appetit auf die Stadt machen - und Einheimische vielleicht etwas stolzer auf das "zauberhafte Zwickau", wie Adler es nennt.

"Freie Presse"-Lesern ist der Autor bekannt als einer, der sich ein Jahr lang weltweit auf Spurensuche nach Zwickauer Geschichten begeben hat. Er fand in Miami Beach das Luxushotel aus dem Fröbe-Filmklassiker "Goldfinger", besuchte den U-Bahnhof "Zwickauer Damm" in Berlin, lauerte dem ICE "Zwickau" auf und entdeckte eine Trabi-Bar in Kopenhagen. Seit zehn Jahren betreibt der gebürtige Zwickauer, der zwar in Dresden wohnt, aber seine Geburtsstadt nie aus den Augen verloren hat und sie mehrmals im Monat besucht, den Internetblog "Zwickautopia".

Der Reiseführer für Sachsens viertgrößte Stadt, die im nächsten Jahr ihren 900. Geburtstag feiert, informiert nicht nur über Sehenswürdigkeiten, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Hotels und Restaurants, Veranstaltungen, Ausflugsziele und die weltweiten Spurensuchen. Das handliche Buch macht Auswärtige ebenso mit den Eigenarten des Zwickauer Völkchens bekannt. Christian Adler: "Der Dresdner sagt nu, der Zwickauer haa." In der Stadt gibt es "Kaffee zum Mitnemm", wer Lila trägt, wird schräg angesehen, und den Gruß "Glück auf" spricht eigentlich kaum jemand so deutlich aus. "Gauf" heißt es in Zwicke. Und ganz klar: Die Zwickauer lieben ihre Brühlette! Der Leser findet zudem typische Souvenirs und Geschenketipps - vom Spaßvogel über das Marienthaler Früchtchen bis zur Monopoly-Stadtedition. Sogar Radarfallen, Fahrradservicepunkte, Elektroautoladestellen und W-Lan-Bereiche hat Adler in der Rubrik "Zwickipedia - Wissen für Anreise & Alltag" aufgeführt.

Unter der durchlaufenden Rubrik "Reißzwicke", markiert mit einer Reißzwecke, hat der Autor weitere Besonderheiten zusammengetragen. Da gibt es Wissenswertes zur Volkswagen-Stadt, zu Filmproduktionen, zum demografischen Wandel oder über "Planitz - das sächsische Schalke". Bei seinen Recherchen widerfuhr Adler gelegentlich Kurioses. "Wenn man in Zwickau etwas fotografiert, wird man schräg angeschaut, nach dem Motto: Was gibt's hier eigentlich zu sehen?" Völlig skurril war sein letzter Besuch in diesem Frühjahr auf dem "Blauen Wunder" in Eckersbach, jener Brücke, die es nun nicht mehr gibt. "Als ich oben stand, kam ein angetrunkener Mann auf mich zu und agitierte, es gebe immer einen Grund, weiterleben zu wollen."

Vor einem Jahr begann der Journalist mit der Arbeit an dem Werk. Im Mai, bei einem elfstündigen Urlaubsflug nach San Francisco, las Adler das Manuskript hoch über den Wolken erstmals Korrektur. Im 44Grad Celsius heißen Death Valley in Kalifornien arbeitete der Zwickau-Liebhaber - im klimatisierten Hotelzimmer - an dem Stadtführer weiter. Im September begannen die Feinarbeiten. Gestern ging er bei Westermann in den Druck. Eine Inspiration für Geschichte und Geschichten war unter anderen Adlers Zwickauer Oma. "Genau genommen eine waschechte Planitzerin - darauf legt sie Wert", sagt er lachend.

"Zwickau - Der Stadtführer. Lockruf - Lektüre - Lokalkompass" erscheint im Chemnitzer Verlag und kostet 14,95 Euro.

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