Viele Straßen tragen den Name Zwickau

Straßen, Botschafter, ungewöhnliche Orte: Der Journalist Christian Adler begibt sich auf die Spuren seiner Geburtsstadt Zwickau. "Freie Presse" ver- öffentlicht einige seiner Berichte. Teil 38: Auf Tour im Südwesten.

Karlsruhe.

In der 300.000 Einwohner zählenden Stadt Karlsruhe verläuft die Zwickauer Straße - lediglich durch einen Lärmschutzwall getrennt - parallel zu einer vierspurigen Bahntrasse. Darauf rollen Stadt- und Regionalbahnen, ICE-Züge in Richtung Frankfurt und Basel sowie der Güterverkehr. Gegen einen weiteren Ausbau der Schienentrasse "so breit wie die Autobahn 5" kämpft im Stadtteil Hagsfeld eine Bürgerinitiative, die von der Zwickauer Straße aus koordiniert wird. Sie befürchtet andernfalls eine "Verdreifachung der Kapazität auf 660 Güterzüge pro Tag" und demzufolge "höhere Lärmbelastung, mehr Feinstaub, ständige Erschütterungen".

An der östlichen Seite der 200 Meter langen Straße reihen sich neue Ein- und Mehrfamilienhäuser aneinander. Die westliche Seite ist unbebaut. An der Waldeckstraße/ Ecke Zwickauer Straße ragt die katholische Kirche "Bruder Klaus", ein futuristisch gestalteter Neubau, in die Höhe. Einmal ums nächste Eck gelaufen, erreicht man den Bahnhof Hagsfeld.

Winningen an der Mosel ist als Geburtsort des Zwickauer Automobilpioniers August Horch auch für seine Weinstuben und unter Luftfahrtfreunden für den Flugplatz Koblenz-Winningen bekannt. Dieser ist 1971 auf einem Plateau über dem Ort eröffnet worden und er- setzte das Flugfeld Koblenz-Karthause, damit dort Platz für ein neues Wohngebiet geschaffen werden konnte. Karthause, im Eck von Mosel und Rhein gelegen, wuchs zum größten Stadtteil von Koblenz (111.000 Einwohner) heran. Dabei wurde auch eine Zwickauer Straße angelegt. Sie zweigt vom Berliner Ring ab und endet nach 450 Metern als Sackgasse in Höhe der Grundschule Neukarthause. Weitere markante Bauwerke an dieser Straße sind der moderne Kirchenbau St. Hedwig und Neubaublöcke, die sich in Neuplanitz und Eckersbach gut einfügen würden.

Die Große Kreisstadt Herrenberg (31.000 Einwohner) liegt südwestlich von Stuttgart im Landkreis Böblingen. Ihre 500 Meter lange Zwickauer Straße verläuft bogenförmig durch den Holdergraben - ein gepflegtes Wohngebiet mit Reihenhäusern und Blick in die Gäu-Landschaft. Sie gehört zu den wichtigsten Erschließungsstraßen des Stadtteils und ist ranghöher als die Dresdener und Leipziger Straße, die es dort auch gibt. Wenige Gehminuten sind es bis zur Markweghalle, wo die Herrenberger Handballdamen im Frühjahr ihre Zweitliga-Konkurrentinnen vom BSV Sachsen Zwickau mit 30:19 vom Parkett fegten.

In Wiesbaden (275.000 Einwohner) erschließt die 150 Meter lange Zwickauer Straße Reihenhäuser am Rand des Ortsbezirkes Nordenstadt. Bis zum nächsten Äppelwoi- und Handkäs-Restaurant ist es nicht weit. "Das traditionsreiche Dorf im Ländchen bildet, vom Rhein-Main-Flughafen aus gesehen, das Tor zu Wiesbaden", heißt es auf der städtischen Internetseite.

Zum Landkreis Offenbach gehört Rödermark (27.000 Einwohner), das erst 1977 im Zuge einer Gebiets- reform entstanden ist und 1980 die Stadtrechte erhielt. Die dortige "Zwickauer", eine 70 Meter kurze Stichstraße, fungiert als Zufahrt zur Kindertagesstätte "Zwickauer Straße" sowie zum Alten- und Pflegeheim "Haus Morija". Hinter der roten Fassade am Breidertring/Ecke Zwickauer Straße verbirgt sich eine Filiale der Sparkasse Dieburg.

www.zwickautopia.de

www.freiepresse.de/spuren

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