Luftrettung: Mehr als 17-mal pro Tag heben Hubschrauber ab

Luftrettung und ADAC haben Zahlen zu Flugeinsätzen im vergangenen Jahr veröffentlicht. Indes könnte sich für die Helfer bald einiges ändern.

Zwickau. Manchmal entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Das wissen gerade die Hubschrauber-Piloten der DRF Luftrettung und des ADAC. Diese beiden Organisationen teilen sich die Zuständigkeit für die Luftrettung in Sachsen nach Gebieten auf. 6302-mal waren sie zusammen in ganz Sachsen vergangenes Jahr im Einsatz, durchschnittlich 17-mal pro Tag. Das sind 371 Einsätze mehr als im Jahr 2016, was den üblichen Schwankungen entspricht. Der Hubschrauber "Christoph 46" hob allein 1354-mal in Zwickau ab. Mit dem zweiten Standort in Dresden zählt die DRF Luftrettung insgesamt 2605 Einsätze.

Solche Flüge mit dem Helikopter gibt es jeden Tag in Deutschland. Allein der ADAC flog vergangenes Jahr zu 54.500 Notfällen. Das waren rund 150 Flüge pro Tag. Die drei gelben Helikopter in Sachsen waren voriges Jahr bei 3697 Einsätzen dabei und versorgten 3500 Patienten. Das sind etwas mehr als noch im Jahr zuvor. Damals hoben die Hubschrauber 3387-mal ab (3160 Patienten). An erster Stelle der Einsatzursachen stehen internistische Notfälle, wie etwa akute Herz- und Kreislauferkrankungen. Die waren der Anlass für jeden zweiten Flug. Bei der DRF Luftrettung stehen Unfälle als Einsatzgrund an erster Stelle. 36.283 Flüge im Jahr oder 100 Flüge pro Tag sind das in der Bundesrepublik.

Die meisten Helikopter können nur bei Tageslicht fliegen. "Christoph 62" in Bautzen fliegt aber auch im Dunkeln. Möglich ist das dank "Night Vision Goggles", also Nachtsichtbrillen. Damit kann das Team Sekundäreinsätze, wie etwa den Transport von Patienten von einem Krankenhaus zum nächsten in der Nacht ausführen.

Auf die Luftretter in Sachsen könnten dieses Jahr einige Veränderungen zukommen. Der Freistaat, vertreten durch die Landesdirektion, vergibt die Konzessionen für die vier Standorte der Luftrettung in Dresden, Zwickau, Dölzig-Schkeuditz und Bautzen neu. Das erklärte Gunter Gerick, stellvertretender Pressesprecher der Landesdirektion Sachsen. Mit der öffentlichen Ausschreibung wird entschieden, welcher Betreiber dort seinen Helikopter stationieren darf, um für Einsätze im Umkreis von etwa 70 Kilometern zur Verfügung zu stehen. Die Entscheidung für oder gegen einen Betreiber hängt vom Preis und von der technischen Ausstattung ab, die er in die Waagschale werfen kann.

Bezahlt werden die Flüge hauptsächlich von den sächsischen Kranken- und Unfallkassen. Diese werden in Sachen Luftrettung von der IKK classic vertreten. Pressereferentin Andrea Ludolph verspricht: "In der Luftrettung gelten höchste Qualitätsansprüche an Technik, Qualifikation, Organisation und Sicherheit, die auch bei einem möglichen Anbieterwechsel verlässlich umgesetzt werden." Die letzte Ausschreibung fand 2009 statt.

Die 50 Helikopter des ADAC an 37 Stationen werden von einer Stiftung verwaltet. Bundesweit betrug die gesamte Flugstrecke 2017 3,6 Millionen Kilometer oder anders ausgedrückt: 90-mal um die Erde. Der Wettbewerber hat deutschlandweit 29 Luftrettungsstationen. Neun der Standorte sind rund um die Uhr einsatzbereit. Ihre Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern erreichen die Hubschrauber in maximal 15 Minuten, heißt es in einer Pressemitteilung der DRF Luftrettung.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...