Ostdeutscher Historiker Pätzold ist tot

Berlin (dpa) - Der ostdeutsche Historiker Kurt Pätzold ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Wie der Eulenspiegel Verlag am Freitag weiter mitteilte, erlag Pätzold am Donnerstag in Berlin einer Krebserkrankung. Der Historiker habe bis zum Schluss publiziert. In der DDR hatte Pätzold an der Humboldt-Universität über Jahre den Lehrstuhl für deutsche Geschichte inne. Mehrere Generationen von DDR-Historikern seien von ihm ausgebildet worden.

Er galt laut Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur als prominenter Vertreter der marxistischen Forschung. Nach dem Mauerfall habe es massive Kritik an Pätzold wegen seiner Beteiligung an politisch motivierten Relegationen von Studenten gegeben. 1992 wurde der Professor demnach an der Humboldt-Universität entlassen.

In seinen Büchern setzte sich Pätzold insbesondere mit dem Nationalsozialismus und der Judenverfolgung auseinander. 1997 erschien das Werk «Geschichte der NSDAP», das er zusammen mit dem Historiker Manfred Weißbecker schrieb. Zuletzt befasste sich Pätzold anlässlich des 75. Jahrestages mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und seinen Ursachen.

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4Kommentare
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    Interessierte
    20.08.2016

    Gern geschehen :-)
    Ich denke schon , dass das manchmal lästig ist , wenn man immer auf etwas verweist , aber jeder guckt ja nun nicht immer überall bzw. sucht anders ...

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    Freigeist14
    20.08.2016

    Interessierte, danke für den Link!

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    Interessierte
    20.08.2016

    Es ist schon interessant , wenn man bißchen älter ist und beide Systeme über 25 Jahre erlebt hat ...

    Im Sozialismus hatten alle alles richtig gemacht und die anderen , die anders dachten , waren die Nazis ...
    Und im Kapitalismus machen alle alles richtig und die anderen , die anders denken , sind die Nazis ...

    Die letzten zwei Abschnitte sind interessant :
    http://www.sopos.org/aufsaetze/487faa8845637/1.phtml
    .

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    Freigeist14
    20.08.2016

    Kurt Pätzold war einer der bedeutendsten Historiker der Gegenwart.
    Seien Entlassung 1992 von der Humboldt-Universität kann man heute eher als Qualitätsmerkmal betrachten.Er stand für die klare Benennung der Verantwortlichen und Analyse deutscher Verbrechen in der Sowjetunion ab 1941.
    Der verstorbene Ernst Nolte hingegen machte sich einen zweifelhaften Namen als Geschichtsrevisionist.
    Kurt Pätzold hingegen veröffentlichte erst vor Monaten sein letztes Buch über die aktuelle Forschung des Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion.Michael Brie:"Historiker gibt es viele;Historiker wie Kurt Pätzold nur wenige."



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