ZWW legt erste Wasserleitung - Gegen trockene Hausbrunnen

An der Hübelstraße in Stützengrün erhalten sechs Häuser erstmals Trinkwasser-Anschlüsse. Dafür fließen fast 43.000 Euro. Der Verband plant weitere Maßnahmen.

Stützengrün.

Manchmal habe er den Eindruck, dass der Regen einen Bogen um Stützengrün macht, sagt Joachim Lenk (66). "In Hundshübel und in Schönheide hat's am Montag geregnet, bei uns nur gedonnert." Lenk vertritt eine Gemeinschaft von sechs Hauseigentümern an der Hübelstraße, die eines gemeinsam haben: Ihr Trinkwasser beziehen sie nicht aus dem öffentlichen Netz, sondern aus eigenen Hausbrunnen.

Im vorigen Jahr, nach der monatelangen Trockenheit im Sommer und Herbst, waren die Brunnen nahezu leer. Wasser musste rationiert werden. Duschen und Wäschewaschen - das ging nur noch auswärts. "Zurzeit sieht es aus, als werde es in diesem Jahr das Gleiche", sagt Lenk.


Sorgen müssen sich die Anwohner diesmal aber keine machen. Ab Ende Oktober sollen sie ihr Trinkwasser aus dem Netz des Zweckverbands Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) beziehen. Im September verlegt der Verband eine Leitung zu den ein wenig abseits liegenden Grundstücken. 42.800 Euro soll das insgesamt kosten, sagt ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig.

Die Bürger zahlen einen Eigenanteil von höchstens 2500 Euro pro Grundstück. Vor einem halben Jahr war noch von 5000 Euro die Rede gewesen. Dass es jetzt günstiger wird, ist einem Sonderprogramm zu verdanken, das der Freistaat Sachsen für die Wasserversorgung im ländlichen Raum aufgelegt hat. Mehr als zehn Millionen Euro sollen dafür fließen, rund 3600 Sachsen davon profitieren, sagt Umweltminister Thomas Schmidt (CDU). Mit dem Förderprogramm habe man einen Anreiz geschaffen, von Hausbrunnen auf einen öffentlichen Trinkwasseranschluss umzusteigen. "Auch wenn die Kosten dafür wegen der oft abgelegenen Lage der Grundstücke viel höher sind als in den Ballungsräumen", so der Minister.

Die Stützengrüner gehören zu den ersten Brunnenbesitzern in Sachsen, die davon profitieren. 25.100 Euro beträgt der Zuschuss vom Freistaat in ihrem Fall. Die Versorgungs-Situation in der Stützengrüner Hübelstraße war eines der Beispiele, mit denen der ZWW im vergangenen Winter hausieren ging, um Hilfe für die sogenannten Brunnendörfer beim Freistaat anzuregen. "Die Landtagsabgeordneten Simone Lang (SPD), Thomas Colditz (CDU) und Volkmar Zschocke (Grüne) haben uns und andere Trinkwasserzweckverbände dabei unterstützt", sagt ZWW-Chef Kippig.

Joachim Lenk sagt, mit der gefundenen Lösung sei man vollauf zufrieden. "Wir zahlen eine Art Festpreis: 14.000 Euro durch sechs Beteiligte plus Mehrwertsteuer und den Hausanschluss. Steigen die Baukosten, trägt das der Verband."

Der ZWW hat auch für Häuser am Grünhainer Weg im Lößnitzer Ortsteil Dittersdorf Fördermittel beantragt. Zwei Projekte am Külliggut in Johanngeorgenstadt und in Burgstädtel bei Zwönitz sind in Vorbereitung. In Burgstädtel sind 18 Grundstücke betroffen. Hier muss eine 1,3Kilometer lange Leitung gebaut werden, was eine halbe Million Euro kosten wird. Durch die Beihilfe aus der Landeskasse wird der Bürgeranteil erstmals bezahlbar. Für Anfang September plane man in Burgstädtel eine Anwohnerversammlung, wo man über Finanzierung und Projektplanung berichten werde, so Kippig.

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