Für die Adventszeit gerüstet

Von Mini bis ganz groß: Bei den Aktionstagen lassen sich die Gahlenzer Kunsthandwerker gern auf die Finger schauen.

Gahlenz.

Die Tage ohne Bergmann und Engel sind gezählt, die Adventszeit kann kommen. Beim Blick in die Werkstätten der Erzgebirgischen Holzkunst Gahlenz haben sich am Wochenende die Besucher auf die schönste Zeit des Jahres einstimmen können. Aus dem gesamten Erzgebirge und über sächsische Landesgrenzen hinaus waren die Gäste angereist, um zu sehen, wie in der Produktionsstätte die hölzernen Typen das Licht der Welt erblicken. "Etwa 400 Figuren zählen zu unserem Sortiment: Zwei Drittel sind vom Thema Weihnachten bestimmt. Weitere Standbeine sind Osterschmuck und Jahresfiguren", erklärte Geschäftsführer Gundolf Berger. Längst arbeitet sein Team mit Hochdruck die Bestellzettel der weltweit tätigen Händler und Verkaufseinrichtungen ab.

"Unsere Aktionstage sind eine gute Gelegenheit, den Fertigungsaufwand kennenzulernen und zu verstehen, mit welcher Akribie und Enthusiasmus gearbeitet wird", setzt der Kunsthandwerker auf diese Begegnungen mit den Kunden. Sie würden staunen, über welche Fertigkeiten die Mitarbeiter verfügen. Denn neben modernen Fertigungsmaschinen ist weiter die Handarbeit gefragt.

Gundolf Berger ist zufrieden: Erst kürzlich erhielten die Gahlenzer erneut die Anerkennung von Fachleuten und Publikum für ihre Produkte beim Wettbewerb "Tradition und Form". "Für unser neuestes Modell - es stellt Wilhelm und Hermine samt Platanenbaum aus der Zeit um 1900 in Berlin dar -, erhielten wir den Preis der Leser der ,Freien Presse'."

Geduldig leimte also am Wochenende auch Angelika Richter die nur Fingernagel großen Beine der Schlittschuh laufenden Schneemänner an. Verblüfft bemerkten Besucher, dass die akkurat gesetzten Nasen der Kerle nicht einmal vier Millimeter groß seien: Zu ihnen gehörten Tina Emmrich und Junior Max. Aus Bad Tölz kommend, nutzten sie Ferientage bei den Oederaner Großeltern, der Gahlenzer Firma einen Besuch abzustatten. "Wir besitzen eine Reihe erzgebirgischer Figuren, auch Gahlenzer sind dabei. Wir wollten wissen, wie sie hergestellt werden", sagten die Bayern. Sie schauten auch bei Matthias Meyer auf die Hände, der aus Holzrohlingen die runden Stiefel für Weihnachtsmänner drehte.

Mit großen Augen entdeckten die Knirpse Johanna und Jesias die Werkstätte. Sie waren mit ihrer Mutter aus Dresden gekommen. Behutsam tasteten sie Engelfiguren ab, freuten sich über Rohlinge, die sie zuhause selbst bemalen können. Holzmännel satt: Zu Hunderten aneinandergereiht, übereinander- gestapelt, auf Arbeitsplatten fürs Lackieren und Bearbeiten formiert, begeisterten Holztypen unterschiedlicher Größe.

Am 5. November startet für die Gahlenzer die Weihnachtssaison. "Dann werden wir beginnen, die Striezelmarktpyramide in Dresden aufzubauen" sagte Andreas Hausmann, Experte in Sachen Großfiguren. Im Sommer war das 20 Jahre alte Exemplar einer Generalsanierung unterzogen worden. Nun erhalten die 45 Figuren noch eine Fußplatte.

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