B 180: Planer rechnen mit einem Baubeginn im kommenden Jahr

Die drohende Klage gegen den Ausbau ist bislang ausgeblieben. Die Nadelöhr-Ampel bleibt aber noch eine Weile stehen.

Erdmannsdorf.

Der Ausbau der B 180 zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf wird voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres beginnen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) plant wie bereits bekannt zunächst den Ausbau des innerörtlichen Abschnittes der Bundesstraße. Das soll voraussichtlich bis Ende 2022 dauern. Danach folgt dann der Abschnitt zwischen den beiden Ortsteilen mit dem einspurigen Nadelöhr. Voraussetzung ist weiterhin, dass es keine Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss gibt. Bislang sind zwar keine Einsprüche oder Klagen bekannt geworden. Weil aber die Unterlagen zum Beschluss wegen eines Formfehlers erst Ende April an die Naturschutzverbände zugestellt wurden, soll nach Angaben von Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer mindestens bis 5. Juni abgewartet werden, ehe die Unanfechtbarkeit des Beschlusses festgestellt wird und das von der Landesdirektion erteilte Baurecht rechtskräftig ist.

Im Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat man immer mit einem Klagerisiko gegen die Ausbauplanung gerechnet, weil vor allem der Naturschutzverband Sachsen wiederholt Kritik formuliert hatte. Die Kritik betraf vorrangig die baulichen Eingriffe in den Steilhang, der die eine Seite der Trasse begrenzt, sowie die geplanten Ausgleichsmaßnahmen. Geplant wird der Ausbau des gut 1,2 Kilometer langen Abschnitts von der Chemnitzer Straße in Erdmannsdorf bis zum Abzweig ins Sternmühlental bereits seit 2002, die Planungen wurden mehrfach geändert - nicht nur wegen der Einwände der Naturschutzverbände, sondern auch, weil sich die Stadt Augustusburg nach der ersten Auslegung einen straßenbegleitenden Rad- und Gehweg wünschte, der eine neue Planung erzwang. Die letzte Änderung betraf die Straßenentwässerung in den angrenzenden Mühlgraben, der Privateigentum ist.

Falls es auch bis Ende nächster Woche keine Klage gegen das Baurecht gibt, kann in diesem Jahr der Ausbau des zweiten, außerörtlichen Abschnittes bis zum Abzweig ins Sternmühlental vorbereitet werden. Gegen Ende des Jahres würden dann die im Bereich des Zschopauufers heimischen Eisvögel umgesiedelt. 2022 könnten nach dem aktuellen Zeitplan die baulichen Vorleistungen ausgeführt werden, der Ausbau selbst würde Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer zufolge 2023 stattfinden. Erst danach gebe es wieder einen direkten Fußweg entlang der Straße. Die provisorische Gehwegverbindung zwischen den Leitplanken ist seit Anfang 2019 gesperrt, Fußgänger müssen zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf einen Umweg durch den Wald entlang der Zschopautalbahn laufen.

Die ursprünglich mit 3,5 Millionen Euro kalkulierten Kosten für den Ausbau des gesamten Straßenabschnittes dürften angesichts stark gestiegener Baupreise nicht zu halten sein. Die Stadt Augustusburg muss einen Eigenanteil für den Geh- und Radwegbau sowie die Straßenbeleuchtung bezahlen. Auch hier dürften die einst abzüglich Förderung kalkulierten rund 100.000 Euro nicht mehr ausreichen.

Unklar ist auch, wann der innerörtliche Abschnitt der Chemnitzer Straße (S 237) eine neue Fahrbahndecke erhält. Die Deckensanierung war im Sommer 2016 nur bis zum Ortseingang Erdmannsdorf ausgeführt worden. Der innerörtliche Abschnitt wurde verschoben. Eine belastbare Aussage dazu, wann die Restarbeiten erledigt werden, sei aktuell nicht möglich, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.