Bergsicherung muss Konstantinteich neu abdichten

Vor über 80 Jahren ist bei der Erweiterung des Gewässers ein Kunstgraben überbaut worden. Das hat sich jetzt gerächt.

Freiberg.

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) hat für rund 200.000 Euro den Damm des Konstantinteichs im Freiberger Stadtteil Zug stabilisieren lassen. Wie Patricia Zedel von der LTV-Pressestelle weiter informiert, war Ende Dezember 2019 bei Kontrollen auf der Dammkrone eine partielle Setzung des Bauwerkes festgestellt worden. "Der Konstantinteich ist eine wasserwirtschaftliche Anlage, die im Rahmen des Freiberger Erzbergbaus entstand", so die Sprecherin. Aus diesem Grund habe nicht ausgeschlossen werden können, dass die Ursache für den Schaden im Altbergbau liege.

Als Sofortmaßnahme und um weitere Schäden zu vermeiden, sei der Speicher kurzfristig entleert und die zuständigen Aufsichtsbehörden entsprechend informiert worden. Zedel wörtlich: "Gleich Anfang Januar 2020 begannen das Oberbergamt Freiberg und die Bergsicherung Schneeberg mit den geotechnischen Untersuchungen." Als Ursache sei ein alter Kunstgraben ermittelt worden, der bei der Erweiterung des Konstantinteichs in den Jahren 1935/36 überbaut worden sei.

Der Schaden liege tief unterhalb der Gründung des Bauwerkes, so die LTV-Sprecherin. Deshalb habe diese Schadstelle schnell und wirksam wieder abgedichtet werden müssen: "Das geschieht mit Betoninjektionen." Die Landestalsperrenverwaltung habe das Bauunternehmen Bergsicherung Schneeberg mit den Arbeiten beauftragt.

Der Konstantinteich sei als Vorlage- und Ausgleichspeicher für die Kavernenkraftwerke im Konstantin- und im Drei-Brüder-Schacht genutzt worden: "Im Zuge der Erweiterung der Untertagekraftwerke wurde er in den 1930er-Jahren vergrößert." 1972 sei das Kraftwerk stillgelegt worden. Heute ist der Konstantinteich nach den Worten von Patricia Zedel ein wichtiger Speicher innerhalb des Systems der Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Er diene zur Brauchwasserbereitstellung für die Freiberger Industrie und werde zur Fischwirtschaft genutzt.


Technische Daten

Der Konstantinteich ist 1922 gebaut und 1935/36 erweitert worden. 2012 bis 2014 erfolgte eine Grundinstandsetzung.

Der Ringdamm ist ein homogener Erdschüttdamm mit Tarrasmauer. Er ist 498 Meter lang.

Die Bauwerkskrone ist 3,50 Meter breit. Sie liegt auf einer geodätischen Höhe von 475,07 Metern über dem Meeresspiegel und im Mittel 5,67 Meter über der Gründungssohle. Der größte Höhenunterschied zum umgebenden Gelände sind 5,07 Meter.

Die Übertageanlagen des Dreibrüderschachts können besichtigt werden: www.drei-brueder-schacht.de

(Quelle: Landestalsperrenverwaltung)

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