Borkenkäfer wütet: Täglich neue Befallsherde

In Mittelsachsen sind vor allem die Reviere Freiberg und Lichtenberg betroffen

Freiberg/Lichtenberg.

Der Borkenkäfer wütet in den Wäldern der Region: Aktuell sind im Landeswald des Forstbezirkes Marienberg rund 13.900 Festmeter mit holz- und rindenbrütenden Käfern im stehenden Holz befallen, teilt Claudia Nixdorf vom Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Marienberg, auf Anfrage von "Freie Presse" mit. Im Privat- und Kommunalwald treffe das auf 11.100 Festmeter zu.

Diese Mengenangaben widerspiegelten lediglich den momentanen Stand. "Wir registrieren wöchentlich, mitunter sogar täglich neue Befallsherde", so Nixdorf. Gleichzeitig laufe die Aufbereitung von befallenen Bäumen in allen Revieren. Aktuell würden sich Zu- und Abgänge annähernd die Waage halten, "das heißt, wir sind gegenwärtig etwa auf dem Laufenden".

Vielfach kleine Baumgruppen, aber auch Gruppen mit einer Größe von 80 bis 100 Bäumen sind laut Nixdorf über die gesamte Fläche verstreut und müssten erst einmal aufgefunden werden. "Man sieht den Bäumen den Käferbefall nicht auf den ersten Blick an." Am Stammfuß der befallenen Bäume könne bei genauen Hinsehen Bohrmehl gefunden werden. Das sei oft der einzige Hinweis und daher schwer zu finden. Im fortgeschrittenen Stadium verlieren die Bäume ihre Nadeln und werden zunehmend braun. Schnelles Handeln sei erforderlich, denn die Käfer würden demnächst damit beginnen, ihre zweite Generation anzulegen. Befallene Stämme müssten möglichst sofort aufgearbeitet und aus dem Wald entfernt werden.

In diesem Jahr seien im Landeswald des Forstbezirkes Marienberg bereits etwa 94.000 Festmeter Käferholz aufgearbeitet worden. "Besonders die Wälder in den unteren Berglagen leiden unter der hohen Borkenkäferdichte", erklärt Nixdorf. Im Landkreis Mittelsachsen seien das die Reviere Lichtenberg und Freiberg und im Erzgebirgskreis die Reviere Heinzebank, Börnichen und Borstendorf. "Seit etwa zwei Wochen beobachten wir jedoch auch zunehmenden Befall in den höher gelegenen Revieren", erklärt die Fachfrau.

In den vergangenen Wochen hätten Soldaten der Bundeswehr die Arbeitskräfte des Forstbezirkes beim Kampf gegen den Borkenkäfer unterstützt. Sie halfen in den Revieren vorrangig bei der Entrindung befallener Stämme. (mik/bk)

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