Corona: Mittelsachsen zieht die Notbremse

Im Landkreis treten strengere Regeln schon vor dem Wochenende in Kraft

Freiberg/Hartha.

Bereits vor dem ab Montag geltenden sächsischen Lockdown schränkt der Landkreis Mittelsachsen Kontaktmöglichkeiten weiter ein. Landrat Matthias Damm (CDU) hat zur Kreistagssitzung am Mittwochnachmittag in Hartha eine Allgemeinverfügung angekündigt, die strengere Corona-Regeln voraussichtlich noch am Mittwoch, spätestens ab Donnerstag vorsieht. Danach sollen die sachsenweit geplanten Besucherregelungen für Pflegeheime, die nur noch nach unbedenklichem Test betreten werden dürfen, bereits jetzt gelten. Auch die generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum und das Ausschankverbot für Alkohol im öffentlichen Raum soll bereits in Kraft treten.

Damm begründete diesen Schritt am Mittwoch mit den hohen Infektionszahlen in Landkreis: Man müsse alles daran setzen, die Fallzahlen herunterzubekommen. "Und das geht nur durch Kontaktunterbrechung", so der Verwaltungschef. Ein Drittel der schweren Covid-Erkrankungen in Sachsen betreffen Heime. Nach den Worten von Vize-Landrat Jörg Höllmüller ist die Viruserkrankung in jedem zweiten der 53 Alten- und Pflegeheime im Landkreis aufgetreten, aktuell gibt es Fälle in neun Einrichtungen. Betroffen sind rund 100 Patienten und 65 Mitarbeiter, die Situation in den Heimen werde immer kritischer. Der Landkreis hat zur Unterstützung der Pflegeheime einen Helferpool gegründet: Seit Montag haben sich laut Höllmüller bereits 20 Mittelsachsen für einen freiwilligen Einsatz in Alten- und Pflegeheimen gemeldet, zwei seien bereits vermittelt.

Über Schulen und Kitas beobachte man hingegen weniger Infektionseinträge, sagte er Landrat. Dennoch betrieben derzeit die Oberschule Niederwiesa und das Gymnasium in Freiberg wegen Coronafällen bereits Wechselunterricht. Aktuell seien zudem zwei Kitas und ein Hort geschlossen.

Der Landrat beschrieb die Lage als "ganz anders als im Frühjahr": Ein Süd-Nord-Gefälle bestehe zwischen der höhren Zahl an Neuinfektionen im Süden des Landkreises und den vergleichsweise niedrigen im Raum Döbeln. Besonders die grenznahen Bereiche seien wie im gesamten Landkreis stark betroffen.

Angesichts von täglich 150 bis 200 festgestellten neuen Fällen und damit bis zu 2000 zu findenden Kontakten sind die Gesundheitsbehörden nach den Worten von Jörg Höllmüller an der Belastungsgrenze. (grit)

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