Freiberger Theater plant 15 Premieren

Die nächste Spielzeit soll am 5. September eröffnet werden. Unter dem Motto "Zeit-Spiel" haben sich alle Sparten etwas einfallen lassen. Die "Freie Presse gibt einen Überblick.

Freiberg.

Außergewöhnliche Projekte in einer außergewöhnlichen Spielzeit: In der Saison 2020/21 stehen am Mittelsächsischen Theater 15 Premieren an. Die Häuser in Freiberg und Döbeln, die seit dem 13. März coronabedingt geschlossen sind, öffnen wieder. Laut Intendant Ralf-Peter Schulze haben alle Sparten darauf hingearbeitet, dass wieder gespielt wird. "Dabei müssen wir das Hygienekonzept beachten. Denn die Zuschauer sollen wissen, dass sie im Theater sicher sind. Und auch die Künstler sollen gesund durch die Zeit kommen." Überdies müsste beachtet werden, dass die rund 170 Theatermitarbeiter weiter in Kurzarbeit sind. "Die Situation ist nicht einfach. Sie war für uns eine Herausforderung. Wir haben einen unterhaltsamen und künstlerisch hochwertigen Spielplan gesucht und auch gefunden", so Schulze. Mehrfach betont er, dass die Zuschauer von den Einschränkungen nichts merken sollen. Die Spielzeiteröffnung findet in Freiberg am 5. September statt - und zwar gleich dreimal, damit viele Zuschauer erreicht werden.

Der Unmut: "Die Staatsregierung hat es uns durch den andauernd unberechenbaren Umgang mit den Theatern nicht immer einfach gemacht", so Schulze. "Die erlaubte Öffnung der Theater ab 15. Mai haben wir sehr begrüßt, aber sie war nicht mit den Hygienemaßnahmen zu vereinbaren. In der nächsten Spielzeit werden wir den Theaterbetrieb unter all den Koordinaten realisieren - mit Unterstützung der Städte Freiberg und Döbeln, des Landkreises und vieler Partner." Die Spielstätten: Im Haus am Freiberger Buttermarkt soll der Zuschauerraum zum Salon werden. Im Parkett werden rund 50 Zuschauer bei Wahrung der Abstandsregeln an Tischen sitzen können. Hinzu kommen je elf Plätze in Rang 1 und 2. Auf der Bühne dürfen bis zu elf Künstler agieren. Deshalb wurden Kammerstücke und -spiele ausgewählt. Die Nikolaikirche ist für 250 Zuschauer und bis zu 35/40 Musiker auf der Bühne zugelassen. Die BiB darf nicht genutzt werden. In Döbeln wird nicht nur im Stadttheater, sondern auch im Volkshaus gespielt.

Schauspiel: Am 11. und 12. September hat das Stück "Furor" von Lutz Hübner und Sarah Nemitz Premiere in Freiberg, am 19. September in Döbeln. Der Schauspielabend "Träume!", den Schauspieldirektorin Annett Wöhlert auf die Bühne bringt, ist ab 2. Oktober in Freiberg und ab 17. Oktober in Döbeln zu sehen. "Zwischen Utopia und Atlantis erwarten Sie zwei fantastische Geschichten, die von der Zukunft der Menschen erzählen und von den Wundern der Schöpfung", heißt es dazu im Spielplanheft. Georges Courtelines komische Einakter "Der häusliche Friede" haben am 30. und 31. Oktober Premiere in Freiberg, am 13. November in Döbeln. "Faust. Vom Eise befreit" ist ab 4./5. Dezember in Freiberg, ab 23. Januar 2021 in Döbeln zu sehen. Die Komödie "Zwei Lügen, eine Wahrheit" von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret wird ab 12./13. März 2021 in Freiberg, ab 20. März 2021 in Döbeln gezeigt. Es ist eine deutschsprachige Erstaufführung. Eigentlich sollte die Premiere schon im März in Freiberg stattfinden. Doch Corona verhinderte das. Das Märchen "Dornröschen" wird ab 5. März 2021 im Theater, im Juni im Schlosshof Freiberg aufgeführt. Shakespeares "Sommernachtstraum" läuft ab 22. Mai auf der Seebühne in Kriebstein.

Musiktheater: Bei der Operngala "Eine Zeitreise" (ab 18. /19. September in Freiberg, ab 9. Oktober in Döbeln) begleiten zwei Pianisten die Sänger des Musiktheaters "auf einer Reise durch die Momente unserer Lebenszeit", heißt es im Programmheft. In der komischen Oper "Lauter Verrückte" von Johann Simon Mayr (ab 6./7. November in Freiberg, ab 27. November in Döbeln) will ein musikbesessener Vater seine Töchter keinesfalls einem Kulturbanausen zur Frau geben, der keine einzige Note lesen kann. Die Inszenierung übernimmt Oberspielleiterin Judica Semler. Im musikalischen Kammerstück "Heute Abend: Lola Blau" von Georg Kreisler spiegeln Lieder das Leben der Schauspielerin und Chansonette Lola Blau von 1938 bis in die Nachkriegszeit. Eine Paraderolle für Susanne Engelhardt. Premiere am 16. Januar 2021 in Döbeln, am 22. Januar in Freiberg. Intendant Schulze inszeniert die Opern-Einakter "Der Mantel" von Giacomo Puccini und "Das Telefon" von Gian Carlo Menotti. "Der Graf von Monte Christo" mit Alexander Donesch in der Hauptrolle hat am 20. März Premiere in Freiberg und am 27. März in Döbeln. Die neue Musicalinszenierung war bislang vom Krankheitspech verfolgt. Zur Premiere im Februar fielen Susanne Engelhardt und vier weitere Darsteller aus, vor der zweiten Vorstellung im März hatte der männliche Hauptdarsteller Alexander Donesch einen Schwächeanfall. Jetzt also Daumendrücken. Falls das Schiff des Grafen ab März 2021 coronabedingt keine volle Fahrt aufnehmen kann, gibt es eine Ausweichvariante. Und zwar ebenfalls mit Donesch. Gemeinsam mit Sergio Raonic Lukovic singt er in Neil Bartrams Kammermusical "Die Story meines Lebens". Die verschobene Operette "Die Csárdásfürstin" hat am 11. Juni 2021 Premiere auf der Seebühne in Kriebstein. Die Kinderoper "Gold!" von Leonard Evers soll ab Februar 2021 im Programm sein. Zudem ist ein Liederabend "Dichterliebe - die Liebe im Kopf" geplant.

Konzerte: Zu den sieben Sinfoniekonzerten erscheint eine gesonderte Vorschau in der "Freien Presse".

Ball: Es gibt 2021 keinen Bühnenball, sondern sowohl in Freiberg als auch in Döbeln einen Sommernachtsball unter freiem Himmel.

Abonnenten und Tickets: In Freiberg hat das Theater rund 800 Abonnenten. Ihnen werden jetzt Wertbriefe angeboten. Im Theater-Wertbrief für 126 Euro können sie aus zehn Inszenierungen drei Schauspiel- und drei Musiktheatervorstellungen auswählen. Beim Konzert-Wertbrief, der auch 126 Euro kostet, können sechs Konzerte ausgewählt werden. Beide Wertbriefe gibt es für 216 Euro. Wertbrief-Inhaber haben bis 15. August ein Vorkaufsrecht.

Der reguläre Freiverkauf beginnt am 1. September. Tickets im Schauspiel kosten dann 27 Euro, im Musiktheater 28 Euro. Wertbrief-Inhaber zahlen für weitere Vorstellungen je 21 Euro. Im zweiten Rang kosten die Tickets 22 Euro. Falls noch Plätze frei sind, können 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn Last-Minute-Tickets für je 10 Euro erworben werden.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.