Hoteliers laden zum Dialog

Neubaudebatte ist Thema am Branchenstammtisch

Freiberg.

Nach der Debatte im Stadtrat laden die Hoteliers die Stadträte und die Stadtverwaltung an ihren Hotelstammtisch ein. "Die Zuspitzung des Themas erzeugte im letzten Stadtrat großes mediales Interesse und sorgt weiterhin für großen Diskussionsbedarf", begründete Georg Schepnitz, der Sprecher des Hotelstammtischs, den Vorschlag zur Diskussion. Insbesondere der teilweise veröffentlichte Schriftwechsel zwischen Stadtverwaltung und Hoteliers in sozialen Medien habe zu Ärger unter den Hoteliers geführt. "Wir haben uns verspottet und verhöhnt gefühlt", schildert Schepnitz den Eindruck von den Reaktionen im Internet. Der Stammtisch tagt am Donnerstag. Wegen der Corona-Schutzverordnung sind maximal zwei Vertreter je Ratsfraktion und Verwaltung zugelassen.

Aus Termingründen haben OB Sven Krüger und sein Stellvertreter ihre Teilnahme abgesagt. "Beide zum Hotelstammtisch Eingeladenen können aus Termingründen daran nicht teilnehmen. OB Sven Krüger ist ortsabwesend, Bürgermeister Holger Reuter leitet zeitgleich den Bau- und Betriebsausschuss", erklärte Rathaussprecherin Katharina Wegelt am Dienstag. Und sie fügte hinzu: "Beide sind selbstverständlich bereit, sich den Fragen der Hoteliers zu stellen." Ein anderer Vertreter werde nicht teilnehmen, da beide persönlich den Dialog führen wollen. Holger Reuter, der den OB derzeit vertritt, hatte den Hoteliers mitgeteilt, dass er sich "zu einem anderen Termin ... gern einem offenen und vorurteilsfreien Dialog" stelle. Er würde es auch sehr begrüßen, "in einen Dialog einzusteigen, der von gegenseitiger Akzeptanz geprägt ist. Vielleicht ist das von Ihnen angeregte Gespräch ein erster Schritt auf diesem Weg." Und Krüger versicherte, selbstverständlich sei es ihm ebenso wichtig wie den Hoteliers, dass "wir im Gespräch bleiben, beziehungsweise wieder miteinander ins Gespräch kommen".

Seit Monaten debattieren Befürworter und Gegner eines möglichen Hotelneubaus neben dem Freiberger Tivoli über Vor- und Nachteile der Ausschreibung durch die Saxonia-Tochter DBI. Die Stadtverwaltung als ein Gesellschafter der Saxonia erhofft sich davon unter anderem einen Zuwachs an Touristen und Tagungsgästen. Die einheimischen Hoteliers fürchten angesichts niedriger Auslastung ihrer Häuser und vor dem Hintergrund der Pandemie um ihre Existenz. Eine Debatte auf Antrag von vier Fraktionen im Stadtrat endete vor zwei Wochen ohne Beschluss. (grit)

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