Intendant Schulze: Wir treten für Freiheit ein

Freiberger Theater will demokratische Werte verteidigen

Freiberg.

Das Mittelsächsische Theater tritt für Freiheitsrechte und schützenswerte Formen des Zusammenlebens ein. "Eine Re-Nationalisierung sowie eine mythische Überzeichnung von ,Volk' und ,Nation' wird es am Theater nicht geben", sagte Intendant Ralf-Peter Schulze (Foto) in einer Umfrage des Radiosenders MDR Kultur unter 32Theaterintendanten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Zum Umgang mit einem raueren Ton im gesellschaftlichen Diskurs sagte Schulze: "Unsere Bühne, die sich weltoffen präsentiert, entwickelt ein positives Bild unserer diversen Gesellschaft. Wir agieren mit Achtsamkeit und Verantwortung für diese." Wie andere Theater auch werde sich das hiesige Theater dieser Aufgabe in der neuen Spielzeit, die am 7. September eröffnet wird, mit einer Vielzahl von Aufführungen und Formaten stellen.


Schulze: "Wir werden uns wie bisher mit den zunehmenden offenen und versteckten Formen des Rechtspopulismus auseinandersetzen." Das müsse jetzt kommuniziert, darüber müsse jetzt geredet, gestritten und künstlerisch verhandelt werden. Laut Schulze sollen die integrativen Kräfte des Theaters genutzt und Menschen aus unterschiedlichen sozialen Bereichen zu verbindenden Aufführungen eingeladen werden. "Wir arbeiten für die Stärkung der demokratischen Kultur, überall dort, wo diese unter Druck gerät." Das Lese- und Diskussionsformat zu aktuellen Themen werde fortgesetzt. Denn Theater sei ein öffentliches Forum der Stadt, dürfe Debatten auslösen und inkorrekt sein.

Gegenüber "Freie Presse" sagte Schulze, dass die Ergebnisse der Kommunalwahl im Mai bei vielen Menschen einen großen Schrecken ausgelöst und Besinnungsprozesse und Handlungsimpulse initiiert hätten. "Wir erleben ein großes zivilgesellschaftliches Engagement von Menschen, die bereit sind, ernsthaft Verantwortung zu übernehmen. ,Freiberg für alle' ist ein wunderbares Beispiel dafür aus unserer Stadt", sagt der Intendant und fügt hinzu: "Zur Zeit haben wir das Gefühl, dass die Partner, die an einer demokratischen Fortentwicklung unserer Gesellschaft interessiert sind, immer mehr werden und es nicht gelingen wird, die Vielfalt der Theaterarbeit einzuschränken. Wir sind viele."

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