Lagerhalle in Oederan droht einzustürzen

230 Einsatzkräfte mussten beim Großbrand im Gewerbegebiet an der Bundesstraße koordiniert werden - über 26 Stunden. Noch ist nicht klar, wie es weitergeht.

Oederan/Oberschöna.

Die Feuerwehrleute sind abgerückt. Nach gut 26 Stunden war ihr kräftezehrender Einsatz im Oederaner Gewerbegebiet am Montagnachmittag gegen 16 Uhr beendet. Vorerst. Eine Brandwache wurde eingerichtet. Diese musste zwei Stunden später jedoch wieder Verstärkung anfordern: Eine Situation, an der sich in nächster Zeit nichts ändern wird. "Davon werden wir noch Jahre sprechen", hatte Martin Seifert, Oederans stellvertretender Gemeindewehrleiter, am Montagmorgen in seinem Whatsapp-Status den Großbrand kommentiert. Weil bei der Firma WSVK auch mit Kunststoff gearbeitet wird, ist es äußerst kompliziert, die Glutnester komplett zu löschen. Die Lagerhalle, die ausbrannte, ist gesperrt. Es besteht Einsturzgefahr.

Der Firmenchef des vom Großbrand betroffenen Unternehmens WSVK, Geschäftsführer Wolfgang Schmiedeck, bat um Verständnis dafür, dass sein Statement nur knapp ausfällt: Er könne nicht viel sagen. Die Brandursache ist unbekannt. Man stehe vor der Situation, neu zu strukturieren. Da die gut 100 Mitarbeiter von WSVK bisher auch zwischen den Standorten in Falkenau und Oederan gependelt seien, werde jetzt in Falkenau produziert.

"Mein Herzensbedürfnis ist es, den Einsatzkräften und unzähligen Helfern zu danken. Sie haben es geschafft, dass unsere Produktion in Oederan erhalten geblieben ist", so Wolfgang Schmiedeck.

Die Einsatzkräfte leisteten hervorragende Arbeit. 230 Feuerwehrleute über so lange Zeit zu koordinieren, sei eine Herausforderung. Das erklärte Marco Schaffarschick, Pressesprecher der Oederaner Feuerwehr. Nach zehn Stunden konnten die Einsatzkräfte der Oederaner Gemeindewehren und der freiwilligen Feuerwehren Flöha, Brand-Erbisdorf und Niederwiesa von den Feuerwehrleuten aus Oberschöna, Halsbrücke und Hainichen bei der Brandbekämpfung unter schwerem Atemschutz abgelöst werden. Nach kurzer Nacht und etwas Schlaf habe man 7 Uhr wieder antreten können, so Marco Schaffarschick weiter.

Was dem jungen Mann in Erinnerung bleiben wird, ist die große Hilfsbereitschaft: WSVK-Mitarbeiter beispielsweise seien am Sonntag zu Hilfe geeilt. Sie hätten sich die Mühe gemacht, die Einsatzkräfte zu versorgen, während hinter ihrem Rücken die Lagerhalle ihres Unternehmens abbrannte.

Die Helfer komplett aufzuzählen, ist beinahe unmöglich. Auch am Montag waren beispielsweise mehrere Gruppen des Technischen Hilfswerkes (THW) Freiberg in Alarmbereitschaft. Zugführer Jens Kaden hatte in der Nacht zum Montag den Einsatz der sechs Spezialisten koordiniert, die den Einsatzort mit leistungsfähigen Flächenflutern ausgeleuchtet hatten. Am Morgen habe man auch unter Atemschutz bei den Löscharbeiten geholfen, so Jens Kaden weiter. Er rechne damit, dass die Spezialtechnik des THW erneut gefragt ist. Mit dem Teleskoplader, der auch beim Großbrand im Sommer in Hohenfichte zum Einsatz kam, könnte man in der Lagerhalle die Glutnester auseinanderreißen. Erst dann ist die Gefahr endgültig gebannt.

Hilfe leisteten aber auch Nachbarn: Der Chef der Firma Böttger Agrartechnik hatte sofort das komplette Firmengelände zur Verfügung geöffnet. Dort konnten die Einsatzkräfte sich ausruhen und wurden von der Schnelleinsatzgruppe des DRK versorgt.

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