Lebensnotwendig: Ein größeres Auto für muskelkranke Sandra

Sandra Hauptmann muss wegen einer schweren Krankheit sehr eingeschränkt leben. Eines aber will sie sich erhalten.

Freiberg.

Mühevoll zieht sich Sandra Hauptmann ihre Jacke an. Ihr kleiner Hund Jack läuft aufgeregt um die junge Frau. Er weiß: Jetzt geht es hinaus. Doch hinausgehen im wörtlichen Sinn ist für Sandra Hauptmann nicht möglich. Die 27-Jährige kann sich außerhalb ihrer Wohnung nur im Rollstuhl fortbewegen - auch in ihrer behindertengerechten Wohnung nutzt sie ihn die meiste Zeit.

Das zeigt sie auch gegenüber dem Journalisten Wieland Josch, der hinter der Kamera steht, um für die Aktion "Leser helfen" ein kurzes Video mit ihr zu drehen. Der Film macht es deutlich: Sandra Hauptmann benötigt Hilfe, um ihren Alltag meistern zu können. Eine Hilfe, die sie und ihre Familie nicht allein aufbringen können: ein Auto, das den Rollstuhl und die stark gehandicapte junge Frau transportiert.

Dann spricht die 27-Jährige selbst in die Kamera: "Ich habe von Geburt an eine Muskelerkrankung, sie wird Muskeldystrophie genannt, meine spezielle Form Merosinopathie. Deshalb kann ich nur ein paar Meter laufen." Sandra Hauptmanns Muskeln sind aufgrund ihrer Krankheit kaum ausgeprägt. Jede Bewegung, jeder Schritt, selbst das Essen und Kauen bereiten ihr große Anstrengung.

Endlich sitzt sie mit Jacke und Tuch im Rollstuhl und rollt ihn mit ihren Händen aus der Parterrewohnung durch den länglichen Flur ins Freie. Die Handgriffe sind geübt, der Hund zieht an der am Rollstuhl befestigten Leine. Doch die nur 33 Kilogramm schwere Frau braucht Kraft, um aus dem Haus zu gelangen. Das funktioniert - bis sie sich zum Schließen der Tür umdreht und weit nach vorn beugen muss. Warum streckt sie nicht einfach den Arm aus, um den Schlüssel zu nutzen? "Das schaffe ich nicht, weil ich meine Arme nicht ausstrecken kann", erklärt sie. Ober- und Unterarm lassen sich lediglich im Winkel von knapp 90 Grad nach vorn führen. Als es geschafft ist, schiebt sie die Rollstuhlräder bis zu ihrem Auto. Sie entriegelt den acht Jahre alten orangen Polo mit der Fernbedienung, das Öffnen der Fahrertür bereitet ihr die nächste Anstrengung; noch mehr das Hinunterziehen auf den Fahrersitz. "Die Türgriffe sind für mich zu niedrig geworden und auch der Sitz", erklärt die junge Frau.

Über einen Schalter schiebt sich die hintere Tür des behindertengerecht umgebauten Autos auf, die Kamera läuft. Und Sandra Hauptmann steht vor dem nächsten Problem: Ihr Rollstuhl - er ist neu - passt nicht in das Fahrzeug.

Weil es der schmächtigen Frau nur noch mühevoll gelang, ihren alten Rollstuhl mit den Händen fortzubewegen, erhielt sie einen, bei dem nun die hinteren Räder durch Akkus angetrieben werden. So kann sie mit ihrer wenigen Kraft Steigungen besser bewältigen. Doch wie schafft sie es zu ihren notwendigen regelmäßigen Behandlungen, um die noch vorhandene Muskelkraft zu erhalten und zu trainieren? "Ich komme nur mit dem Auto hin, habe ja die Fahrerlaubnis", sagt sie. Aber Sandra Hauptmann und ihrer Familie ist es nicht möglich, ein größeres Auto bzw. dessen Umbau zu finanzieren. "Ich bin seit über drei Jahren EU-Rentnerin, kein Kostenträger unterstützt mich mehr finanziell, was vor acht Jahren noch der Fall war." Ihre Eltern haben selbst gesundheitliche Einschränkungen, auch ihr Vater ist EU-Rentner.

Damit Sandra Hauptmann sich mit ihren Therapien ein Stück Selbstständigkeit erhalten kann, wäre für sie ein größeres, behindertengerecht umgebautes Auto dringend erforderlich.

Service: Wenn Sie helfen wollen, können Sie über den Verein "Leser helfen" spenden. IBAN: DE 4787 0962 140 22 44 22 44 0. Betreff: Spendenprojekt "Sandra". Alle Informationen zu den Projekten und zum Spenden finden Sie in unserem Online-Spezial unter: www.freiepresse.de/leserhelfen

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